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Zur Culturgeschichte Frankreichs im XVII. und XVIII. Jahrhunderte
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Dauphin, ein wahrer Nimrod, nahm den jungen Prinzen auf seineJagden mit. Welches Hochgefühl mag diesen beseelt haben, alser am 20. Jänner 1685 mit 17 Jahren die erste grosse Perrückeaufsetzen durfte! Wenn der junge Römer die toga virilis an-legte, konnte er nicht gehobeneren Muthes sein. Mit dem neuenSchmuck seines Hauptes kam der Herzog zum König, der sofreundlich war, die Perrücke zu loben und zu erklären, dass siedem Träger vortrefflich stehe. Der Perrückenkünstler, der siegebaut hatte, war nach diesen Worten ein gemachter Mann, sosehr wuchs seine Kundschaft.

Mr. le Duc wollte seinem Sohn eine grosse Zukunft sichern,und brachte es zu Stande, dass der König an eine Verheiratungseiner Tochter, Mlle. de Nantes, mit dem jungen Herzog vonBourbon dachte. Die Herzogin von Orleans, Elisabeth Charlottevon der Pfalz, hatte freilich andere Ansichten über die Ver-bindungen königlicher Prinzen mit den natürlichen Töchtern Lud-wig XIV. Sie vertheidigte ihren Sohn, den späteren Regenten,wie eine gereizte Löwin ihr Junges, als der König auch diesenzu seinem Schwiegersohn machen wollte. Und als der Prinzendlich sich nicht mehr zu helfen wusste und zustimmte, erhielt ervon seiner Frau Mutter vor dem versammelten Hofe eine schal-lende Ohrfeige.

Die Hochzeit des Herzogs von Bourbon fand am 24. Juli1685 statt. Aber da Mlle. de Nantes erst 12 Jahre alt war, bliebdie Trauung zunächst eine Form und das junge Paar getrennt.Der Herzog musste wieder zu La Bruyere zurück und sollteCartesianische Philosophie weiterstudieren. Man mag sich vor-stellen, wie sehr ihn das freute, und was für Berichte sein Lehrerüber ihn nach Chantilly zu schicken hatte.

Auch mit seinen Neffen, den beiden Prinzen Conti, hatte ConddSchwierigkeiten. Der älteste war ebenfalls mit einer Tochter desKönigs verheiratet worden — Ludwig hatte Töchter genug! —aber die beiden Brüder waren gegen des Monarchen Willen nachOesterreich geeilt, um am Türkenkriege theilzunehmen, unddarum für lange in Ungnade. Im Haus Condd herrschte keineFreude, kein froher Muth. Conde selbst litt fortwährend an derGicht und vernachlässigte seine äussere Erscheinung, wie es schon