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Zur Culturgeschichte Frankreichs im XVII. und XVIII. Jahrhunderte
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zu dem gemüthlichen Stündchen vor dem Schlafengehen, in demLudwig sich nicht als König, sondern als Bruder und Vaterfühlte und vertraulich mit seinen nächsten Angehörigen plau-derte. Da der Herzog seinen Wunsch zunächst nicht erfüllt sah,wollte er sich wenigstens durch seinen Sohn in die Familie desKönigs einführen. Aus der Ehe mit der Pfalzgräfin Anna vonBayern, einer Enkelin des böhmischen Winterkönigs, waren ihmvier Töchter und ein Sohn erwachsen. Dieser Letztere, HerzogLudwig von Bourbon, wurde nun der Gegenstand aller Hoff-nungen des Vaters und des Grossvaters. Der letztere verlangteeine gründliche Bildung für den Spross des Hauses Conde, derErstere wollte demselben hauptsächlich höfische Gewandtheit bei-bringen und die Talente pflegen, welche bei Hof angenehmmachen. Darüber kam es manchmal zu Misshelligkeiten. AberCondö w r ar das Haupt der Familie, und sein Wille entschied.Der junge Prinz wurde den Jesuiten zur Erziehung übergebenund Zögling des College de Clermont zu Paris. Nach einigenJahren fand Conde die Resultate so unbefriedigend, dass erseinen Enkel aus der Anstalt zurückzog und ihm Privat-lehrer bestellte. Bei dieser Gelegenheit wurde auch La Bruyere,den Bossuet empfahl, für das Haus Conde gewonnen und tratsein Amt am 15. August 1684 an. Er sollte den jungen Herzogin Geschichte und Geographie unterrichten, Ovid mit ihm lesen,ihm die Philosophie von Descartes und ausserdem die Genea-logie der vornehmen Geschlechter von Frankreich erklären. DerKnabe hatte die Herzogin von Richelieu eines Tages beleidigt,da sie ihn als Verwandten begrüsste, und er nicht einmal denNamen kannte. La Bruyere hatte täglich sechs Stunden mitseinem Zögling zu arbeiten und genaue Berichte über dessenStudien an Conde zu senden. Waren sie in Chantilly, so kames häufig vor, dass der Prinz selbst seinen Enkel eingehendprüfte.

Aber alle Mühe und Sorgfalt fruchtete nichts. Der jungeHerzog war begabt, jedoch theilnahmslos, kindisch, im Umgangmit Fremden verlegen und unbeholfen. Das kränkte seinen Vatermehr, als jeder Unfleiss. Um ihn gesellig auszubilden, führte erihn in die vornehme Welt ein, auf Bälle und zu Hoffesten. Der