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Zwei Hauptaufgaben fand Heinrich, die er lösen musste,wenn er Frankreich neu ordnen und zu kräftigem Leben er-wecken wollte. Er musste den Widerstand der Grossen, der ka-tholischen wie der protestantischen, für die Folgezeit unmöglichmachen und ferner den Gegensatz zwischen den zwei grossenReligionsparteien soweit ausgleichen, dass sie friedlich und wenig-stens annähernd als gleichberechtigte Bürger im Lande nebeneinander leben konnten.
Als Heinrich im Jahre 1589 die Regierung antrat, war Frank-reich in 23 grosse Statthalterschaften getheilt. In früheren Zeitenhatte man deren nur 12 gehabt, die Picardie, die Champagne,Isle de France, die Normandie, die Bretagne, das Orleannais,Burgund, das Lyonnais, die Guienne, das Languedoc, die Pro-vence und die Dauphine. Politische Gründe, Rücksichten auf dieVerwaltung, öfters auch der Wunsch, einen Günstling zu be-lohnen, führten zu immer grösserer Theilung der Statthalter-schaften. Im Jahre 1760 zählte man deren schon 36, worunterallerdings sieben neu erworbene Provinzen waren (Roussillon,Navarra, Böarn, Flandern, Lothringen, Bar und Eisass). Im Jahre1776 gab es 39, kurz vor dem Ausbruch der Revolution 41 Statt-halterschaften. Neben diesen eigentlichen „Gouvernements“ gabes noch eine beträchtliche Anzahl kleiner, freilich oft wichtigerPlatzcommandos, die auch als „Gouvernements“ bezeichnetwurden, die sich aber meistens auf einzelne feste Städte be-schränkten und militärischen Zwecken dienten.
Die Statthalter der grossen Provinzen waren bis zu KönigHeinrich IV. Zeit mit grosser Macht ausgerüstet. Sie hattendie administrative und militärische Oberleitung und standen derBevölkerung näher als der König, der weit entfernt war. DieStatthalter waren fast immer Mitglieder des höchsten Adels, wennnicht gar Prinzen des königlichen Hauses, und da sie Jahre langdieselbe Provinz regierten, gewannen sie leicht das Ansehen undden Einfluss wahrhafter Landesherren, besonders wenn sie esverstanden, sich beliebt zu machen. Sie hoben die Soldaten ausund bildeten die bewaffneten Schaaren, die sie den Königen zu-führten. In unruhigen Zeiten schrieben sie sogar nach eigenemBelieben und natürlich oft zu ihrem persönlichen Vortheil schwere