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davon ab, ob er seine Macht unumschränkt besitzen, oder ob ersich mit aristokratisch-feudalen, vielleicht gar bürgerlich-volks-thümlichen Einrichtungen abfinden werde.
Aber die Verhältnisse dessen ihm kaum eine Wahl frei.Das Bedürfniss nach Ruhe und Ordnung war so gross, dass ihmalle anderen Rücksichten weichen mussten. Nur ein starker Königkonnte die widerstrebenden Elemente in Schranken halten, nurein solcher konnte die ersehnte Ordnung wieder hersteilen. DerFeudaladel hatte Frankreich gerade so sehr gefährdet, wie diedemokratische Wühlerei der liguistischen Reichsstände. Jetzt warkeine Zeit zu gewagten Versuchen, jetzt galt es vor Allem, mitKraft und Klugheit einzuschreiten, wie es einem unumschränktenKönig am leichtesten fallen musste, vorausgesetzt, dass derselbedie nöthigen Eigenschaften besass. Es war ein Glück für Frank-reich, dass ihm in Heinrich der rechte Mann erstand.
Als der Bürgerkrieg beendigt war, zeigte es sich, dass diekönigliche Gewalt in keiner Weise gelitten hatte. So stark wienur je, stand sie da, und man erkennt daraus, dass es sieh indem langen Kampfe keineswegs um das Recht des Volkes und seinepolitische Erhebung gehandelt hatte. Ein schwacher König hatteseine Macht nicht zur Geltung gebracht, sein kräftiger Nach-folger trat umso entschiedener auf. Die Anschauung von dergöttlichen Natur des Königthums war durch alle Wirren hindurchdieselbe geblieben.
Bei der Beurtheilung der politischen Zustände vor nun balddreihundert Jahren darf man nicht die Verhältnisse und Ideenunserer Zeit als massgebend betrachten, und die Vergangenheitnicht nach den heutigen Begriffen meistern. In einem Zustandegrosser Schwäche, glaubte das moderne Frankreich in der Be-gründung der Republik das beste Mittel zu finden, um den Haderder Parteien zu beruhigen. Nach den Kriegen der Liga war dierepublikanische Gestaltung des Staates eine Unmöglichkeit. AberHeinrich wandte sich gleichfalls an die lebendigen Kräfte desVolkes, und es gelang ihm, das Land in kurzer Zeit wieder zuheben, seinen Wohlstand neu zu begründen, ihm eine hervor-ragende Stellung unter den europäischen Mächten zu geben.
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