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12 (1848) [Schl - Zwe]
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Theater und dramatische Poesie.

gerichts im Marz 1793 begann und dann in den letzten Augusttagen des Jahres 1793von Danton im Nationalconvent förmlich proclamiri wurde. Die Lage der französi-schen Regierung und der Erfolg der Revolution waren damals sehr in Frage gestellt wor-den; die feindlichen Heere im Herzen von Frankreich, nicht weit mehr von Paris, Frank-reich selbst von Parteien zerrissen. Danton rief am Ende seines Vortrags:MeineMeinung ist, daß man den Royalisten Furcht einjagen soll, wenn man ihre Maßregelnvereiteln und das Vordringen des Feindes hemmen will." Nächste Folge dieser Ansichtenwaren die furchtbaren Septemberscenen und die Einsetzung eines förmlichen Revolü-tionstribunals im October 1793, welche die Dictatur der Schreckensmanner be-festigte. Daneben der Wohlfahrtsausschuß, in gleichem Sinne handelnd. InVerbindung mit gewissen gerichtlichen Formen haben Marat und Robespierre undihre Agenten das Schreckenssystem am Meisten ausgebeutet. Es endigte erst einige Tagenach dem Falle des Letzteren, welcher am 27. Juli 1794 Statt hatte.

K. Büchner.

Testament, s. Erbrecht, Succession und Hebräer.

Teutscher Bund, s. Deutscher Bund.

Theater und dramatische Poesie tu ihrem Verhältnisse zum Staate.

Das Drama ist, seinem Wesen nach, die reifste Frucht, zu der sich die Poesie über-haupt zu entwickeln vermag. Es hat die beiden anderen Gattungen, das Epos und dieLyrik, zu seiner Voraussetzung, welche es aber, zu Momenten herabgesetzt, in sich auf-nimmt , um sich aus ihnen als ihre höhere Einheit zu erzeugen. Vom Epos ist das Ele-ment der Begebenheit, eines realen Vorganges geblieben, von der Lyrik das Element dessubjectiven Ergusses, der uns aus den Empfindungen der einzelnen vor uns sich bewegen-den Individuen entgegendringt. Aber das Drama verwandelt das epische Element derErzählung eines Vergangenen und Gewesenen in eine gegenwärtige Darstellung und daslyrische Element der subjectiven Empfindung in den Ausdruck des individuellen Lebens,das sich in den handelnden Figuren offenbart. So wird es zur Darstellung einer sich voruns durch selbstbewußte Individuen vollbringenden Handlung. Aber die Kunst ist nurKunst, insofern sie Ideen versinnlicht, also ein in sich Allgemeines und Unvergänglichesverkörpert. Das Drama vergegenwärtigt also vermittelst der handelnden Individuen eineIdee- Diese bringt sich aber nothwendig durch den Proceß der ganzen Handlung hervor;sie ist nicht eine äußerlich hinzutretende Moral, sondern vielmehr die gestaltende Seeleselbst, welche sich aus der ganzen Bewegung, aus den Conflicten und Gegensätzen alsResultat erzeugt. So erscheint im Drama die sittliche Idee recht eigentlich alsPrincip, denn Princip ist Etwas nur, insofern es sich durch den ganzen Verlauf der be-sonderen Gestalten als das unsichtbar Leitende offenbart und den ganzen Reichthum dereinzelnen Erscheinungen und Lebensäußerungen zur idealen Einheit zusammenfaßt.

Im Drama kommt die freie Subjectivität des Menschen eben sowohl zu ihrem Rechteals die objective Macht des Schicksals. Bride Seiten erzeugen erst durch ihr Jneinander-greisen die dramatische Poesie. In ihr waltet mithin eben sowohl der selbstbewußte, aussich die Verhältnisse gestaltende individuelle Menschengeist, als der aus diesem Processesich hervorbringende allgemeine Geist. Der letztere entbindet sich unablässig aus dem Han-deln der Individuen, und diese haben wieder ihre Wahrheit in der Idee, die sich aus ihremThun entwickelt. Im Drama erzeugt der Mensch aus sich selbst freithätiq eine Welt; erist hier losgelöst von der Basis der Naturnothwendigkeit und eines allgemeinen Welt-zustandes, innerhalb dessen er sich im Epos noch bewegt, und hilft selbst eine höhere Ord-nung der Dinge gestalten. Die sittliche Weltordnung wird durch ihn; sieist das Product, dessen Factoren die Individuen sind. Darum ist das Drama auch dasideale Abbild alles geschichtlichen Lebens und aller Entwicklung. Erst imDrama, als der höchsten Kunstform, erreicht die Poesie den höchsten Ausdruck der freienLebendigkeit, denn sie spiegelt den ewigen Proceß aller geschichtlichen Entfaltung in derreinsten, aller Zufälligkeiten entkleideten Form ab. Vom Drama gilt daher vorzugsweise,was Aristoteles in der Poetik (Cap. IX.) von der Poesie überhaupt ausspricht, daß diePoesie philosophischer und gewichtiger sei als die Geschichtschreibung, denn die Poesie