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Taktik und Strategie.
Eine verlorene Schlicht versetzt uns in eine vorherrschend defensive Lage, in der wiruns jedoch, einer Uebermacht gegenüber, auch von Anfang des Feldzugs an befinden kön-nen. Wie die offensive Tendenz nicht ohne die defensive der Erhaltung besteht, so mußauch die Vertheidigung stets die Tendenz haben, in Offensive überzugehen. Für die st r a -tegische Vertheidigung hat also die Stellung seitwärts der feindlichen Operativns-linie, und das Vertheidigungssystem der inneren Linie, wonach unsereMasse die vereinzelten Kräfte des Feindes auseinander halten, angreifen und schlagen soll,ganz dieselben Vortheile, wie für die Offensive das einfache strategische Umgehen und stra-tegische Durchbrechen. Daraus folgt auch, daß strategisch der mit der Gränze unsersLandes parallele, oder excentrische Rückzug, wodurch wir den vorrückenden Feind in seinerCommunicalion bedrohen oder ihn nöthigen, uns nachzufolgen und seine Operationsliniezu wechseln, in der Regel der beste ist. Doch bleibt die strategische Anordnung der tak-tischen untergeordnet, und sollte eine starke Defensivstellung nicht seitwärts, sondern nurauf der Operationslinie des Feindes selbst zu finden sein, so müßte man diesem direct ent-gegentreten. Wo es immer möglich, sollte die retirirende Armee zusammenbleiben undsich nicht in mehreren Corps und verschiedenen Richtungen zurückziehen. In diesem Fall«geht ihre Defensiv» in das System der vielseitigen Vertheidigung über, dasnicht aus sich selbst heraus zur Offensive werden kann und durch die Absonderung mehrererGenerale die so wichtige Einheit der leitenden Intelligenz aufhebt, also alle Nachtheile derihr entsprechenden Offensive durch doppeltes Umgehen oder durch den Angriff in mehrerenColonnen hat.
Die taktische Defensiv» im offenen Felde geht entweder von einer bestimmtenStellung aus, oder unsere Armee befindet sich auf dem Marsche und wird durch den An-griff des Feindes in die Defension versetzt. Im ersteren Falle müssen wir den übermäch-tigen Feind angreifen, bevor er sich entwickelt, also ein Hinderniß zwischen ihn und unsbringen, das ihn zwingt, seine Armee in eine oder mehrere Colonnen zu brechen und durchdas Hinderniß zu debouchiren. Unsere Ausstellung muß also das Defile vor sich haben.Dem feindlichen Flankenangriff muß wieder in die Flanke gegangen, nicht aber durch eineleicht zu sprengende Hakenstellung begegnet werden; die unterstützenden Truppen müssenalso von rückwärts - seitwärts kommen. Darum soll schon unsere ursprüngliche Aufstel-lung, wonach sich auch das Reglement für Lager und Bivouac zu bemessen hat, in dieTiefe gehen, indem sich als Princip für die normale Schlachtordnung ergiebt, daß daszweite Treffen schachbrettförmig (en eekiczmer), oder auf den Flügeln auch wohl staffel-förmig (en e'cllelon) hinter dem ersten stehen soll. In gleicher Weise soll der Rückzugen ecbiczwer stattfinden, damit nicht die unterstützenden Truppen in die Flucht der vor-deren verwickelt werden. Taktisch ist es also von Vortheil, so viel Reserven als mög-lich zu haben, während die strategische Reserve, wodurch bereits organisirteund schlagfertige Truppen vom Kampfplatze entfernt gehalten werden, den Charakter einerunnützen Derachirung fiat und dem Princip der Kriegskunst widerspricht, daß stets diemöglichst große Kraft am entscheidenden Punkte versammelt sein soll. Bei dem zweitenFalle, bei dem Angriffe gegen unsere im Marsch befindliche und in tiefen Colonnen sichbewegendeArmee, muß man die angegriffenen vorderen Heerestheile nicht gerade von hintenher unterstützen wollen; sondern die in das Gefecht noch nicht verwickelten Truppen rechtsoder links «m «ctrelon aus der Colonne Herausbrechen lassen, um jeden feindlichen Front-und Flankenangriff wieder zu flankiren und, wo möglich, den letzten entscheidenden Flan-kenangriff uns selbst vvrzubehalten.
Die in Feindesland fortschreitende Offensive soll die Vertheidigung des Gewonnenennie aus dem Auge verlieren und hat sich daher stets neue Aufluchtsstellungen zu schaffen,entweder durch Eroberung permanenter Befestigungen des Feindes, oder durch Feldfor-tisication und Herstellung sogenannter places ein Moment. Zur Vertheidigung des eigenenLandes ist es dagegen die Aufgabe des Staats, mit Berücksichtigung der strategischen Be-ziehungen zu den Nachbarstaaten schon im Voraus für permanente Aufluchtsstellungen zusorgen. Diese Waffenplätze müssen di« Offensive befördern, darum mit verschanztenLagern für größere Truppenmassen verbunden sein und nicht vom Feinde allseitig einge-