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Succession oder Thronfolge.
Um nur «ine entfernte Vorstellung von den Vortheilen zu geben, welche die Eisen-bahnen, diese zur Zeit vollkommensten aller Straßen, gewähren, reichen folgende Be-trachtungen hin.
Die Eisenbahn zwischen Liverpool und Manchester wird jährlich von 500,000 Men-schen befahren. Wenn Jeder dieser Reisenden auf der Eisenbahn nur eine Stunde erspart,so kommen 500,000 Arbeitsstunden oder, den Arbeitstag zu 10 Stunden gerechnet,50,000 Arbeitstage heraus, die, da die Reisenden fast ohne Ausnahme hödere und loh-nendere Geschäfte treiben als die gewöhnlichen Taaelöhnerarbeiten, natürlich auch nacheinem viel höheren Satze als diese zu veranschlagen sind.
Noch mehr stellt sich Dies bei längeren Eisenbahnen heraus. Eine Reise von Dres-den nach Leipzig z. B. erfordert auf ver Post 13 Stunden. Hin - und Zurückreise mitEinschluß des Geschäftes, wie gering dieses auch sei, erfordern mindestens 28 Stunden.Auf der Eisenbahn wird zu dem Allen nickt die Hälfte dieser Zeit erfordert. Ein Tag reichtdazu hin, während man auf der Post die Nacht zu Hilfe nehmen muß, wenn die Reis« inder oben angegebenen Zeit vollendet werden soll. Der Reisende erspart also mekr als100 Procent an Zeit; er erspart fast eben so viel an Kosten und hat überdies nicht nöthig,die Nacht zu Hilfe zu nehmen.
Auch in militärischer Hinsicht müssen Eisenwege für den Verteidigungskrieg die ent-schiedensten Vortheile gewähren, da sie die Möglichkeit geben, überallhin, wo es nöthigerscheint, in der kürzesten Zeit Truppen zu bringen.
So entschiedene Vorzüge zeigen die Nothwendiqkeit, wenigstens in den Hauptrich-tungen jedes Landes, anstatt der zeitherigen Hochstraßen oder Chausseen, Schienenwege(r»il rnsrl») oder Eisenbahnen zu bauen, auf da« Unumstößlichste. Es geht aber ebendaraus zugleich hervor, daß dem Staate deren Erbauung, wenn es nicht anders ist, auseigenen Mitteln als ein« Verpflichtung obliege. Dies wird man gewiß in allen den deut-schen Staaten, welche gegenwärtig noch Anstand nehmen, auf diese Ansichten vollständig«inzugehen, in nächster Zukunft vollkommen erkennen. Darum hegen wir nicht den ge-ringsten Zweifel an der baldigen Herstellung eines umfassenden deutschen Eisenbahn-systems, von dem sich in allen Richtungen hin nur gute Erfolge erwarten lassen.
Baden und Belgien haben zu diesem Endzweck Anleihen eröffnet. In Preußenscheint bis jetzt das System der Ainsgaramieen die Oberhand zu haben, nach welchemBau und Betrieb in Privathände kommen sollen. Es ist Sache der Finanz und kannihr recht wohl überlassen bleiben, zu ermitteln, welcher der beiden Wege für sie der an-gemessenste sei. Für die Resultate der Nationalwirthschaft bleibt sich die Sache gleich,wenn nur das Eisenbahnsystem selbst, auf eine oder die andere Weise, zu Stand« kommt.
Schmidt.
Strategie, s. Taktik.
Studenten, Studcntenfretheit, s. Universität.
Succession oder Thronfolge. >— In Staaten mit monarchischer Verfas-sung, d. h. in solchen, wo die Jnnehabung der Staatsgewalt als das Recht eines Indivi-duums erscheint, entsteht naturgemäß die Frage nach dem Uebergange der Souoeränetätauf eine andere Person nach dem Hinwegfalle des bisherigen Staatsherrschers, sei es durchdessen Ableben oder auf andere Weise — eine Frage, welche weder bei der demokratischennoch bei der aristokratischen Verfassung möglich ist, indem bei diesen beiden Verfassungeneine moralische (ideale) Person, nehmlich das Volk in seiner Gesammtheit oder die aristo-kratische Corporation als der Staatsherrscher erscheint und daher hier nur von einemWechsel der Magistraturen oder einer neuen Besetzung derselben nach dem Abgänge derfrüheren Magistrate die Rede sein kann. In der Monarchie selbst müssen die Grund-sätze über die Thronfolge verschieden sein, je nach den beiden Hauptformen der Einherr-schaft'— d.h.je nachdem eine Wahlmonarchie oder eine Erbmonarchie vorhandenist. In der Wahlmonarckie sind die Grundsätze über die Regierungsnachsolge sehr ein-fach, Indem hier nach dem Abgänge eines Staatsherrjchers der neue Wahlact selbst denThronfolger bestimmt. Wer aber berechtigt sei, an dem Wahlacte Theil zu nehmen,Die« ist in jeder Wahlmonarchie aus eine ander« Weise, ja selbst bei einem und demselben