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12 (1848) [Schl - Zwe]
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26 Schulen, Mittelschulen.

der Erde vertilgt." Wenn das Urtheil der erhabensten Geister noch Geltung hat undihre Aussprüche nicht Lüge sind, so höre man Jean Paul:

Die Festungswerke um die Stadt Gottes sind von den Alten angelegt für jedesZeitalter, durch die Geschichte des ihrigen. Die jetzige Menschheit versänke unergründlichtief, wenn nicht die Jugend vorher durch den stillen Tempel der großen alten Zeiten undMenschen den Durchgang zum Jahrmärkte des spätem Lebens nähme. Die NamenSokrates, Cato, Epaminondas u. s. w- sind Pyramiden der Willenskraft; Rom, Athen,Sparta sind drei Krönungsstädte des Riesen Geryon, und auf die Jugend der Mensch-heit hefte, gleichsam auf das Urgebirge der Menschheit, die spätere das Auge. Die Altennicht kennen, heißt eine Ephemere sein, welche die Sonne nicht aufgehen sieht, nur unter-gehen. Nur werde dieser Antikentempel nicht als eine Trödelbude abgebrauchter Ge-bräuche und Phrasen gelüstet und die heiligen Reliquien, anstatt angebetet, nur verarbei-tet, wie die Kriegerknochen im Beinhaus zu Murten zu Messerheften und dergleichen ge-glättet werden." (Levana lil. Seite 778.)

Zum Zwecke der Stärkung und Empfehlung dieses allgemeinen classisch-literarischenUnterrichts ist vor Allem wünschenswerth, daß die schlimmen Gründe und argen Misver-hältnisse, denen man wenigstens zum Theil die Ungunst des Publicums gegen diese Stu-dien zuschreiben darf und muß, von Seite ihrer Freunde gehoben werden. Wir rechnendahin vornehmlich folgende:

1) Eine stetsvon den Irrlichtern des gemeinen Nützlichkeitsprincips" predigende,gegen andere Bildungselemente vornehm thuende, auf erträumte Vorzüge dumm pol-ternde Ueberschätzung und Anpreisung der Philologie und des philologischen Lernens, vonwelcher Manie übrigens die ausgezeichnetsten Philologen der jetzigen Zeit, z. B. A. Böckhin Berlin, ganz fremd sind ^).

2) Das übermüthige Jgnoriren derjenigen Ansprüche, welche in unsrer Zeit dietechnische und materielle Bildung als eine selbstständige und überall in unserem Gesell-schaftsleben höchst bedeutende mit vollem Rechte zu machen befugt ist.Bei äußererTrennung dennoch innere Einheit und Freundschaft der literari-schen und der Realschulen", dies sei unser Losungswort^).

3) Rücksichtsloses Jgnoriren der speciellen Eigenthümlichkeiten einzelner Volks-stamme und Landstriche, wodurch Beleidigung und totaler Widerwillen gegen die guteSache entsteht. Dies zeigt sich ganz auffallend in den Verhältnissen und Schwierigkei-ten, welche das klassische Studium in Süddeutschland hat, während im nördlichen Theilewenigstens bedeutend freundlichere Stimmung herrscht.

4) Schlechte Methode in den Gelehrtenschulen, die freilich nicht von den Vernünf-tigen, desto mehr aber von leidenschaftlichen Feinden, der unschuldigen Sache selbst zur Lastgelegt wird.

Diese Schlechtigkeit der Methode zeigt sich

s) in dem Uebermaße des klassischen Unterrichts, ein Misstand, dessen Vermei-dung, ohne Schwächung des eigentlichen Elements dieser Anstalten, zu den schwierigstenProblemen der philosophischen Pädagogik und Didaktik gehört. Bei der Bequemlichkeitund Arbeitsscheu der Jugend und der vom Alter beförderten Schwachheit sogar wohlun-terrichteter Vater ist diese Klippe eine der gefährlichsten. Köthe sagt deshalb, in eineretwas allgemeinem Beziehung, (S. 708 ff.) sehr treffend:Die gelehrten Bildungsan-stalten müssen, je unermeßlicher das Gebiet Ist, in welches sie ihre Zöglinge einsühren,um so klarer ihre Bestimmung und ihre Leistungsfähigkeit auffassen und ihr Wirken be-gränzen, damit sie nicht, indem sie zu Viel zu leisten versuchen, gerade das Rechte und

24) Nicht so z. B. Ereuzcr, welcher irgendwo mit geistreich sein sollendem Hohnephilologisches Geistesleben in Gegensatz der Dampfmaschinen stellt und in der MannheimerPhilologenversammlung im rühmlichen Sinne von einemamerikamsirenden, d. h. demMammonsdienste verfallenen knausenden Minister" spricht.

2b) Dazu bekennt sich auch Nebenius S. 69 seiner Schrift über technische Schu-len, und nach ihm 8t. KI. Llirsräin, Oe I'iiwtruction intsriusäiairo et cio son ölstäane le misti L'^Uemsgus. ksri» 18361839. 2 Bde. 8,