„Ich mag nicht, daß du mir den Kopf stützest, Jehuda,und mir die Tränen trocknest. Die Zwillinge sollen es tun."
Da übergab Juda den Kopf beleidigt den Zwillingen, undsie hielten ihn eine Weile beim Klagen, bis Jaakob äußerte:
„Ich weiß nicht warum, aber es ist mir unangenehm,daß Schimeon und Levi mir diesen Dienst erweisen. Re'ubensoll es tun."
Sehr beleidigt gaben die Zwillinge den Kopf an Rübenweiter, der ihn eine Zeitlang betreute. Dann aber sagteJaakob:
„Es paßt und behagt mir nicht, daß Rüben mich stütztund trocknet. Dan soll es tun."
Diesem aber ging es nicht besser; er mußte den Kopf anNaphtali geben und dieser, sehr bald beleidigt, an Gad. Soging es weiter über Ascher und Jssakhar bis zu Sebulun,und immer sagte Jaakob so etwas wie:
„Es geht mir unbestimmt wider den Strich, daß der und dermir den Kopf hält; ein andrer soll's tun."
Bis alle beleidigt und abgelehnt waren, — da sagte er:
„Wir wollen zu klagen aufhören."
Danach saßen sie nur noch schweigend um ihn herum mithängenden Unterlippen; denn sie verstanden, daß er sie halbfür Josephs Mörder hielt, was sie ja halb auch waren undnur zufällig nicht ganz. Darum kränkte es sie gewaltig, daßer sie halb für die ganzen hielt, und verstockten sich sehr.
So, dachten sie, sollten sie nun leben immerfort, verkannteSünder unter einem unbelehrten und nie zu belehrendenArgwohn, und das war's, was sie gewonnen hatten durchJosephs Beseitigung. Jaakobs Augen, die braunblanken,geröteten Vateraugen mit den zarten Drüsenschwellungen