„Ich werde hinunterfahren", versicherte er, „zu meinemSohn. Sieh mich an, Eliezer — spielt die Gestalt meinerBrust nicht schon etwas ins Weibliche hinüber? In meinenJahren gleicht wohl die Natur sich aus. Weiber bekommenBärte und Männer Brüste. Ich werde den Weg finden insLand ohne Wiederkehr, morgen mach' ich mich auf. Wasblickst du mißlich drein? Sollt' es nicht möglich sein? Manmuß nur immer nach Westen gehen und den Ehuburslußüberschreiten, dann kommt man an die sieben Tore. Zweifledoch, bitte, nicht! Niemand liebte ihn mehr als ich. Ichwill wie die Mutter fein. Ich will ihn finden und mit ihmzum untersten Grunde steigen, wo das Wasser des Lebensspringt. Ich will ihn besprengen und ihm die staubigen Riegellösen zur Wiederkehr. Tat ich es nicht schon einmal? Ver-steh' ich mich nicht auf Überlistung und Flucht? Ich willmit der Herrin dort unten schon fertig werden, wie ich fertigwurde mit Laban, und sie soll mir noch gute Worte geben!Warum muß ich sehen, daß du das Haupt schüttelst?"
„Ach, lieber Herr, ich gehe ein auf deine Bestrebungensoweit ich kann und nehme an, daß für den Anfang allesnach deinen Gedanken gehe. Aber spätestens am siebentenTore würde sich bei den Gebräuchen unvermeidlich Heraus-stellen, daß du die Mutter nicht bist. . ."
„Allerdings", erwiderte Jaakob und konnte sich in allerNot eines Lächelns der Genugtuung nicht ganz entschlagen.„Das ist unvermeidlich. Es wird ersichtlich werden, daß ichihn nicht säugte, sondern ihn zeugte. .. Eliezer", sagte eraus neuen Gedanken, welche, abgelenkt vom Mütterlich-Weiblichen, die Wendung zum Phallischen genommen hatten,„ich will ihn wiedererzeugen! Sollte das nicht möglich sein.