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2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
320
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versicherte er, indem er den Alten streichelte.Oder er wirduns Nachkommen lassen." Jaakob seinerseits war kein Kind,sondern mit den Geschichten des Lebens beladen, und hattedie unbarmherzige Wirklichkeit des Todes zu bitter erfahren,als daß er für Benoni's Tröstungen etwas anderes als einschwermütigstes Lächeln hätte übrighaben können. Im Grundeaber war auch er durchaus unvermögend, die Verneinung zubejahen, und seine Versuche, sie abzuwehren und um dieNotwendigkeit herumzukomnien, sich mit beidem, der Wirk-lichkeit und ihrer Unmöglichkeit, mit diesem unmenschlichenWiderspruch, abzusinden, waren so ausschweifender Art, daßman zu unseren Zeiten von Geistesstörung zu sprechen ge-zwungen wäre. Bei ihm zu Hause hieße das freilich zu weitgehen; aber Eliezer hatte seine liebe Not mit den ver-zweifelten Plänen und Spekulationen, die Jaakob wälzte.

Es ist aufbewahrt, daß er auf alles Zureden immer nurantwortete:Ich werde mit Leide hinuntersahren in dieGrube zu meinem Sohn." Das wurde, damals und später,allgemein so verstanden, daß er nicht ferner zu leben, sondernebenfalls zu sterben und sich mit dem Sohn im Tod zu ver-einigen wünsche, eingerechnet die Klage, es sei allzu traurigund hark gefügt, daß einer sein graues Haupt betten müssein den Tod solches Leides. So verstanden zu werden, wardie Rede auch allenfalls eingerichtet. Eliezer aber hörte sieanders und ausführlicher. So irr es klingt: Jaakob grübelteüber der Möglichkeit, in die Grube, das heißt zu den Totenhinabzusteigen und Joseph wiederzuholen.

Der Gedanke war desto unsinniger, als es ja die Mutter-gattin war, die sich aufmachte, den wahrhaften Sohn ausdem unteren Gefängnis zu befreien und ihn der verödeten