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2 (1934) Der junge Joseph
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er viel schluchzte, die Arme um ihn geschlungen. Er liebteden Jüngsten im entferntesten nicht wie Joseph, und niehatte sein Blick eine Düsternis verhehlen können, wenn er ihnauf ihm ruhen ließ, weil er ihn Rahel gekostet. Jetzt aberdrückte er ihn inbrünstig an sich, nannte ihn Benoni um derMutter willen und schwor ihm zu, daß er ihn nie und unterkeinen Umständen auf Reisen schicken wolle, weder allein nochauch nur mit Bedeckung; immer, so groß er würde, und selbstals vermählter Mann, solle er hier unter des Vaters Augenbleiben, gehegt und behütet, und nicht einen Schritt vomsichersten Wege tun, denn kein Vertrauen sei in der Welt,auf nichts und niemanden.

Benjamin nahm die Zusicherung hin, obgleich sie ihnetwas beklemmte. Er dachte an seine Ausflüge mit Josephin den Hain Adonai's; und der Gedanke, daß der Liebe,Schöne nie mehr mit ihm springen und seine kleine Handlüften sollte, wenn sie schwitzte; daß er ihm nie wieder großeHimmelsträume erzählen und ihn, den Knirps, stolz machenwerde mit Vertrauen auf seinen Verstand, entlockte ihmbittere Tränen. Im Grund aber war er außerstande, das,was man ihm von Joseph erklärte, daß er nicht wiederkehre,daß er nicht mehr vorhanden und tot sei, in seinem Geistzu verwirklichen, und glaubte es trotz dem Zeichen nicht, dasschrecklich vorlag und von dem der Vater sich niemalstrennte. Die natürliche Unfähigkeit, den Tod zu glauben, istdie Verneinung einer Verneinung und verdient ein bejahendesVorzeichen. Sie ist hilfloser Glaube, denn aller Glaube isthilflos und stack vor Hilflosigkeit. Benjamin angehend, sokleidete er seinen unbezähmbaren Glauben in die Vorstel-lung irgendeiner Entrückung.Er wird wiedeckommen".

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