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2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
312
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seiner Tiefe, wo er schon seit dem Empfange der blutigenReste geruht hatte, höher gegen Jaakobs Bewußtsein auf-steigen: die finstere Vermutung, wer der verdammte Ebergewesen sei, der Joseph zerrissen hatte. Er ließ sie jedochwieder hinab ins Dunkel fallen, bevor sie die Oberflächeerreicht hatte, ja half sogar selber etwas nach, sie zu unter-drücken. Merkwürdig genug, er wollte nichts von ihr wissenund wehrte sich gegen diese Erkenntnis, die ein Wiedererkennendes Oberen im Unteren gewesen wäre, weil der Schuld-verdacht, hätte er ihn zugelassen, sich gegen ihn selber ge-richtet hätte. Sein Mut, seine Wahrheitsliebe hatten hin-gereicht, Haftpflicht anzuerkennen für Joseph, und darumhatte er sich's zugemuket, ihn auf die Reise zu schicken. Aberseine Mitschuld einzusehen an des Kindes Verderben, die sichunweigerlich aus dem Bruder-, dem Brüderverdacht ergebenhätte, dazu reichten sein Mut, seine Wahrheitsliebe verzeih-licherweise nicht. Zuzugeben, daß er selber das Hauptschweingewesen, das mit seiner gefühlsstolzen Narrenliebe denJoseph zur Strecke gebracht, das hieß er heimlich zuviel ver-langt und wollte nichts davon wissen im bitteren Schmerz.Und dennoch rührte die unerträgliche Bitternis dieses Schmer-zes gerade aus diesem unzugelassenen und ins Dunkel gebann-ten Verdachte her, wie auch der Drang nach krassen Kund-gebungen des Elends vor Gott hauptsächlich auf ihn zurück-zuführen war.

Um Gott aber war es Jaakob zu tun, er stand hinter allem,auf ihn waren seine grübelnden, weinenden, verzweifeltenAugen gerichtet. Löwe oder Schwein gewollt, erlaubt,mit einem Worte getan hatte Gott das Gräßliche, und erempfand eine gewisse, dem Menschen bekannte Genugtuung