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deren Oberfläche es nur noch in gedämpften Andeutungenund Gleichnissen fortwirkt. Eine solche gesittete Andeutung istin dem Zerreißen des Oberkleides bei schwerer Trauer zu er-blicken: Es ist die bürgerliche Abmilderung der ursprünglichenSitte oder Vorsitte, die Kleider ganz und gar abzutun,Hülle und Schmuck als Abzeichen einer Menschenwürde, diedurch äußersten Jammer vernichtet und gleichsam vor dieHunde gekommen ist, zu verschmähen und sich zur bloßenKreatur zu erniedrigen. Dies tat Jaakob. Er ging austiefstem Schmerz auf den Grund der Sitte, vom Sinnbildzur rohen Sache selbst und zum schrecklich Eigentlichen zu-rück; er tat, was „man nicht mehr tut", und das ist, recht be-dacht, die Quelle alles Grauens. Unterstes kommt dabei zu-oberst; und wenn er, um der Gründlichkeit seines Elends Aus-druck zu geben, sich hätte einfallen lassen, wie ein Schafbockzu blöken, so hätte den Hofleuten nicht übler dabei zu Sinnewerden können.
Sie flohen also schamhaft; sie verließen ihn, — und eskönnte zweifelhaft sein, ob das dem bedauernswerten Altenganz lieb und recht war; ob die Erzeugung von Grauen nichtin seinen tiefsten Wünschen lag und ob er, bei seiner krassenKundgebung allein gelassen, noch so ganz auf seine Rechnungkam. Er war jedoch nicht allein, und die Kundgebung bedurftekeiner menschlichen Zeugenschaft, um ihr Wesen und ihrenZweck, nämlich eben die Erregung von Grauen, zu wahren.An wen, genauer gesagt: gegen wen sie sich richtete, bei wemsie eigentlich Grauen zu erzeugen bestimmt war und wem sie,als ausdrucksvolle Rückkehr zum llrstande der Natur, vorAugen führen sollte, wie rückfällig-wüstenmäßig er selbst sichbenommen habe, — das wußte der verzweifelte Vater ganz