„Schon gut", versetzte Jehuda leise. „Hier ist keiner, dernach dir spiee ob deiner Furcht, Re'uben, meiner MutterSohn, denn mutig ist's auch, seine Furcht zu gestehen, undwenn du meinst, uns sei dreist und fröhlich ums Herz und umdie Nieren herum und wüßten nichts von der Furcht Jaakobs,so bist du im Irrtum. Was frommt es aber. Geschehenes zuverwünschen, und was, zu rütteln an dem Notwendigen?Joseph ist aus der Welt, und dies Blutkleid besagt es. Zeichenist milder denn Wort. Darum bringen wir vor Jaakob dasZeichen und sind des Worts überhoben."
„Müssen wir denn", frug Ascher hier, Silpa's Sohn, undleckte sich nach seiner Gewohnheit die Lippen, „müssen wirdenn, da schon die Rede vom Überbringer! ist, alle aus einmalbringen das Zeichen vor Jaakob und alle dabei sein, wenn ersich's deutet? Ziehe doch einer voran mit dem Kleid und bringees ihm; aber wir andern kommen fein nach und treten erst hin,wenn er sich's schon gedeutet hat, so scheint es mir milder. Ichschlage Naphtali vor, den Geläufigen, zum Träger und Boten.Oder es möge das Los uns weissagen, wer's tragen soll."
„Das Los!" rief Naphtali eilends. „Ich bin fürs Los, dennich plappere auch nicht vom Künftigen, ohne mir's einzubilden,und bekenne freien Muts meine Furcht!"
„Hört, Männer!" sprach Dan. „Jetzt will ich richten undeuch alle erlösen. Denn von mir stammt der Plan, und er istbildsam in meiner Hand wie nasser Ton und wie Töpfererde:ich will ihn verbessern. Denn wir müssen dem Jaakob dasKleid nicht bringen, weder einer, noch alle. Sondern Frem-den geben wir's, irgendwelchen, die wir uns dingen, Leutendes Orts und der Gegend, empfänglich für gute Worte undetwas Wolle und Dickmilch. Denen schärfen wir's ein, was sie