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der gestorben sei und als Totengeist neben seinem Grabe si'ke.Doch hatte der unliebsam Gegenwärtige gar keine Ähnlichkeitmit Rahels Sohn: Selbst als Totengeist wäre dieser wohlnicht so ungewohnt lang gewesen und hätte nach menschlichemErmessen nicht solchen Blähhals mit kleinem Kopfe daraufgehabt. Doch warum war dann der Stein vom Brunnen ge-wälzt? Re'uben verstand überhaupt nichts mehr. Er stammelte:
„Wer bist du!"
„Einer von vielen", antwortete der Sitzende kühl, undunter seinem zierlichen Munde erhob sich sein Kinn dabei,das überaus plastisch war. „Ich bin gar nichts Besonderes,und du brauchst nicht zu erschrecken. Aber wen suchst du?"
„Wen ich suche?" wiederholte Rüben, entrüstet über dasUnvermutete.. . „Was du hier suchst, will ich wissen vorallen Dingen!"
„So, willst du das? Ich bin der letzte, mir einzubilden,daß hier irgend etwas zu suchen ist. Ich bin zum Wächter ge-setzt dieses Brunnens, darum sitze ich hier und wache. Wenndu meinst, daß es mir sonderlichen Spaß macht und ich zumeiner Kurzweil im Staube sitze, so irrst du. Man tut nachPflicht und Weisung und läßt manche bittere Frage beiseite."
Merkwürdigerweise milderte sich durch diese Worte RubensZorn über des Fremden Gegenwart. Daß hier einer saß, warihm so unerwünscht und ärgerlich, daß es ihm angenehm warzu hören, der Mann sitze nicht gerne hier. Es schuf zwischenihnen eine gewisse Gemeinschaft.
„Aber wer hat dich gesetzt?" fragte er, mäßiger gereizt.„Bist du von den Leuten des Orts?"
„Des Ortes, ja. Laß das gut sein, woher so ein Auftragkommt. Er pflegt durch viele Münder zu gehen, und es frommt