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2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
276
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schreierifch mit der Feinheit des Knaben, als hätten er und dieSeinen nie die geringste Mißgunst auf diese Feinheit gehegt,noch ihretwegen den Beeiserten in die Grube geworfen: DieHandelshitze überhob sie aller Scham, ja, Juda machte sichnichts daraus, zu rufen, einen Jungen, so fein, daß er ihreraller Herr sein könne und sie seine Sklaven, den solle manunter dreißig Schekeln verschleudern? Völlig verliebt stellteer sich an in die Ware, und als er schon bei fünfundzwanzigSilberlingen hielt, tat er noch ein Äußerstes, ging hin undküßte den stille blinzelnden Joseph auf die Wange, indem erausrief, nicht für fünfzig könne und wolle er sich von einemsolchen Schatz an Klugheit und Liebreiz trennen!

Aber auch durch den Kuß ließ sich der Alte nicht kirrenund blieb der Stärkere, zumal er wohl sah, daß die Brüdersich auf jeden Fall und im Grunde um jeden Preis des Jungenentledigen wollten, was durch ein scheinbares Abbrechen undAufgeben des Handels leicht zu erkunden gewesen war. Fünf-zehn Schekel Silbers, nämlich nach leichterem babylonischenGewicht, hatte er geboten; als aber die Brüder ihn vermögeseiner Blöße auf zwanzig Schekel, und zwar phönizisch, ge-bracht hatten, blieb er stehen und ließ sich nicht weiterschrau-ben. Denn er konnte sagen, daß er den Knaben in letzter Ver-schmachtungsgefahr gefunden habe und einfach Finderrechtbehaupten und Lösegeld beanspruchen könne, so daß es diereine Handelskulanz von ihm sei, wenn er diesen Betrag nichtin Rechnung stelle und ihn vom Preise nicht abziehe, sondernvolle und schwere zwanzig Schekel phönizisch zu zahlen bereitsei. Wisse man das nicht zu schätzen, so ziehe er sich aus demGeschäft und wolle von schelmischen Binsenknaben überhauptnichts mehr hören.