— 27Z —
Kopf zu schütteln. „Ein anstelliger Schelm also. Hm, was ihrnicht sagt! Wie heißt denn der Hundejunge?"
„Der heißt nicht", erwiderte Dan. „Wie sollte er heißen?Der hat überhaupt keinen Namen bis jetzt, denn wir sagtenja, daß er ein Niemandssohn ist, ein Bankert und Schilf-gewächs wilder Zeugung, und hat keine Sippe. Wir nennenihn ,Heda' und ,Du' oder pfeifen auch bloß. Mit solchenNamen nennen wir ihn."
„Hm, hm, so ein Sumpfsöhnchen und unordentlich Ge-wächs also ist er, der Abgestrafte", sagte wieder der Alte.„Ei seltsam, ei seltsam! Wie einen zuweilen die Wahrheitwundert! Es ist wider Vernunft und Höflichkeit, und dochwundert man sich. Da wir ihn aus dem Gefängnis zogen,äußerte der Sohn des Schilfs, er könne ablesen Geschriebenesund selber schreiben. War das gelogen von seiner Seite?"
„Nicht allzu frech", antwortete Juda. „Wir bezeugten jaschon, daß er nennenswerten Verstandes ist und von nichtalltäglicher Anstelligkeit. Er kann wohl eine Liste führen undBuch halten über Ülkrüge und Wollballen. Sagte er nichtmehr, so mied er die Lüge."
„Möge sie allzeit gemieden werden", versetzte der Alte,„denn die Wahrheit ist Gott und König, und Neb-ma-re istihr Name. Man muß sich ihr neigen, auch wenn sie verwun-derlich anmutet. Können auch meine Herren und die Herrendes Schilfknaben lesen und schreiben?" fragte er mit kleinenAugen.
„Wir erachten's für Sklavensache", erwiderte Juda kurz.
„Und das ist es mitunter", räumte der Alte ein. „Aber auchGötter schreiben die Namen der Könige auf Bäume, undgroß ist Thot. Möglicherweise hak er diesem Sumpfknaben-8 j.J.