Druckschrift 
2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
258
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Lamm im Brunnen verdarb, nun war es genug, und Gottmochte geben, daß es noch nicht zu spät war! Er würde sichhinstehlen und aus eigene Hand den Versenkten befreien; erwürde ihn nehmen und zum Vater zurückführen und zu ihmsprechen:Ein dahinschießend Wasser bin ich, und die Sündeist mir nicht fern. Aber siehe, da bin ich zum Guten ge-schossen und bringe dir wieder dein Lamm, das sie zerreißenwollten. Ist die Sünde getilgt, und bin ich dein Erstgeborenerwieder?"

Da wälzte sich Rüben nicht länger, sondern lag ohneRegung mit offenen Augen den Rest der Nacht und bedachtehaarklein Rettung und Flucht. Es war nicht einfach: DerKnabe war gefesselt und schwach, er konnte den Strick nichtergreifen, den Rüben ihm würfe; ein Strick tat es nicht, esmußte ein starker Haken daran sein, der in die Verschnürunggriff, daß man heraufangelte die Beute; ein ganzes Gesiechtvon Stricken besser vielleicht, ein Netz, worin man sie sischteund singe; ein Schaukelbrett zwischen Stricken auch wohl,darauf sich der Unbehilfliche setzen mochte und mochtehervorgezogen werden über den Rand. So haarscharf be-dachte Rüben den Apparat und die notwendige Vorkehrung,bedachte die Kleider, die er dem Nackten bereithalten wollteaus eigenem Vorrat, und wählte im Geiste den stacken Esel,den er zum Scheine gen Dotan treiben würde mit Wolleund Käsen, auf den er aber den Knaben setzen wollte vor sichhin und im Schutz der Dunkelheit mit ihm fliehen fünf Tageweit, nach Hebron, zum Vater. Des großen Rüben Herz warvoll heftiger Freude über seinen Entschluß, die nur durch dieSorge gedämpft wurde, Joseph möchte den Tag nicht mehrüberstehen bis Dunkelwerden, und bei der Verabschiedung