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Wieder verging eine Weile, bis Antwort kam. Dann klanges leise:
„Ich liege in Banden."
Der Alte mußt' es sich wiederholen lassen, obgleich er dieHände an die Ohren gelegt hatte.
„Da hört ihr's!" sagte er dann. „In Banden! So sehr dasunser Eingreifen erschwert, so sehr erhöht es seine Notwendig-keit. Wir werden einen von euch hinablassen müssen ins Untere,daß er da nach dem Rechten sehe und das Wesen erlöse. Wobleibt das Seil? Da ist es. Mibsam, mein Eidam, ich be-stimme dich dazu, hinabzuschweben. Ich werde aufs genauestedeine Befestigung überwachen, daß du wie ein Glied seinsollst, das wir ausstrecken in die Diese und wieder einziehenmit dem Fange. Sobald du dich des Fanges sicher bemächtigt,mußt du ,Hol auf!' rufen, und mit vereinten Kräften ziehenwir dich Glied mit dem Fang wieder an uns."
Mibsam erklärte sich wohl oder übel bereit. Er war einjunger Mann mit kurzem Gesicht, ziemlich langer, aber ein-gedrückter Nase und vorquellenden Augen, deren Weißes sichstark in der Dunkelheit seiner Miene abzeichnete. Er nahmdas Kopftuch von seinem krausen Haar, legte auch den Staub-mantel ab und hob die Arme, sich einspannen zu lassen ins Seil,dessen verläßliche Dualität er kannte: Es war kein Hanfseil,sondern ein ägyptischer Papyrusstrick, wunderbar geweicht,geklopft und geschmeidigt, unzerreißbare Ware; die Männerführten mehrere Rollen davon und handelten damit.
Bald war der Eidam umstrickt und eingehängt, zumSchweben bereit. Alle beteiligten sich an der Umstrickung,auch Epher, des Alten Neffe, die Söhne sowie die Sklaven.Dann setzte Mibsam sich auf den Brunnenrand, löste sich ab