Druckschrift 
2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
251
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und tauchte ins Dürre, indes die Haltenden das Bein vor-stemmten und in kleinen Rucken das Seil ließen durch dieHände gehen. Nicht lange, so entspannte es sich, denn Mibsamwar auf dem Grunde. Sie konnten die Beine einziehen undhingehen, ihm nachzulugen. Gedämpft hörten sie ihn redenzum Wesen und sich schnaufend mit ihm zu schaffen machen.Hol auf!" ries er dann nach Vorschrift. Sie taten das Ihreund förderten unter eintönigen Rufen die doppelte Last,indes der Alte mit sorgenden Händen die Handlung leitete.Der Eidam schwankte hervor über Bord, im Arm den Be-wohner des Brunnens.

Wie verwunderten sich die Kaufleute, als sie den gefesseltenKnaben erblickten! Sie hoben Augen und Hände gen Himmel,wiegten die Köpfe und schnalzten. Dann wieder stützten sie dieHände auf die Knie, den Fang zu besichtigen; denn man hatteihn auf die Rundstufe niedergelassen und an den Brunnen ge-lehnt: Da saß er nun mit hängendem Kopfe in seinen Bandenund verbreitete einen Moderduft. Ein Amulett trug er anbronzierter Schnur um den Hals und einen Halbstem amFinger, das war seine ganze Tracht. Seine Wunden warenverschorft und leidlich verheilt dort unten und die Verbeulungseines Auges so weit zurückgegangen, daß er es öffnen konnte.Er tat es zuweilen. Vorwiegend hielt er die Augen geschlossen,dann und wann jedoch hob er matt die Wimpern und blickteschräge von unten recht wehevoll, aber mit Neugier auf seineBefreier. Er lächelte sogar über ihr Erstaunen.

Barmherzige Mutter der Götter!" sprach der Alte.Washaben wir da aus der Tiefe gefischt! Ist er nicht wie der Geistdes verwahrlosten Brunnens, elend und halb verschmachtet,da ihm das Wasser ausgegangen und er aufs Trockne geraten?