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Brunnen hinab. „Wer oder was wimmert im Brunnen?Ist dir dein Ort natürlich, oder zögest du's vor, ihn zu meiden?"
Sie lauschten. Es verstrich eine Weile. Dann hörten sie'smatt und ferne:
„Mutter! Erlöse den Sohn!"
Alle gerieten in größte Bewegung.
„Auf! Ohne Zögern!" ries der Alte. „Ein Seil herbei, daßwir's hinabwerfen und das Wesen zutage ziehen, dennoffenbar ist sein Aufenthalt ihm nicht angeboren. — Hier istkeine Mutter", rief er wieder nach unten, „aber fromme Leutesind über dir, die wollen dich wohl erlösen, wenn es deinWunsch ist! — Da sehe man", wandte er sich zur Abwechselungan die Seinen, „was einem auf Reisen nicht alles vorkommtund aufstößt. Dies hier gehört zum Seltsamsten, was mirzwischen den Strömen begegnet. Gebt zu, daß wir gut taten,diesen verdeckten und versteckten Brunnen auszukundschaften.Wißt ihr auch noch, daß ich es war, der den Anstoß dazu gab?Furchtsame könnten hier wohl zögern oder die Flucht ergreifen,und ich lese deutlich in euren Mienen, die mehr als verdutztsind, daß ihr nicht frei seid von solchen Anwandlungen. Auchich will nicht leugnen, daß es unheimlich ist, aus der Tiefe an-geredet zu werden, und der Gedanke, daß die Person des ver-wahrlosten Brunnens zu uns gesprochen oder sonst irgendeinGeist des Abgrunds, liegt nur allzu nahe. Doch muß man dieSache von ihrer praktischen Seite nehmen und ihr gerechtwerden, insofern sie unsere Tatkraft herausfordert, denn dasWimmern klang mir nach äußerster Hilfsbedürftigkeit. — Wobleibt das Seil? — Getraust du dich, Wesen, wohl", fragteer in die Grube, „ein Seil zu ergreifen und dich damit zu um-winden, daß wir dich zu uns ziehen?"