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2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
239
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stützt, sich in nichts Himmlischem zu spiegeln und sich darinwieder zu erkennen vermag, überhaupt kein Leben und Ge-schehen ist; mit der Überzeugung also, daß das Untere garnicht zu geschehen wüßte und sich selber nicht einfiele ohnesein gestirnhaftes Vorbild und Gegenstück, war es auch ihmvollkommen ernst, und die Einheit des Doppelten, die Gegen-wart dessen, was umschwingt, die Vertauschbarkeit von Obenund Unten, so daß eins sich ins andere wandelt und Götterzu Menschen, Menschen aber zu Göttern werden können,bildete auch seines Lebens Hauptgewißheit. Nicht umsonstwar er der Schüler Eliezers, des Alten, der auf so kühne undfreie ArtIch" zu sagen wußte, daß der Blick sich sinnendan seiner Erscheinung brach. Die Durchsichtigkeit des Seins,sein Charakter als Wiederholung und Rückkehr des Ur-geprägten dieses Grundbekenntnis war Fleisch und Blutauch in ihm, und jede geistige Würde und Bedeutung schienihm an dergleichen Selbstgefühl gebunden. Das war in derOrdnung. Was nicht mehr ganz in der Ordnung war undvom Würdig-Bedeutenden spielerisch abartete, war JosephsNeigung, aus der allgemeinen Denkeinrichtung Nutzen zuziehen und auf dem Wege bewußter Selbstbeeinslussung dieLeute damit zu blenden.

Er hatte achtgegeben vom ersten Augenblick an. Man mögees glauben oder nicht, aber im verstörtesten Trubel der Über-rumpelung, im schlimmsten Drange der Angst und Todesnothatte er geistig die Augen aufgemacht, um zu sehen, wageigentlich" geschah. Nicht als ob Angst und Not darum ge-ringer geworden wären; aber auch eine Art von Freude, ja vonGelächter war ihnen dadurch zugekommen, und eineverstandes-mäßige Heiterkeit hatte das Entsetzen der Seele durchleuchtet.