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2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
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jede Statthaftigkeit taktlos gewesen. Daß es das war, darüberwar er sich auch, wie er nun zugab, im stillen und geheimenjederzeit und auch im Augenblick, da er also handelte, voll-kommen im klaren gewesen, und dennoch hatte er esgetan. Warum? Es hatte ihn unwiderstehlich gejückt, so zutun; er hatte es tun müssen, weil Gott ihn eigens so ge-schaffen hatte, daß er es täte, weil Er es mit ihm und durch ihnalso vorgehabt hatte, mit einem Wort, weil Joseph in dieGrube hatte kommen sollen und, ganz genau gesagt, hattekommen wollen. Wozu? Das wußte er nicht. Allem Anscheinenach, um zu verderben. Aber im Grunde glaubte Joseph dasnicht. Im Untersten war er überzeugt, daß Gott weiterschauteals bis zur Grube, daß Er es weittragend vorhatte wie ge-wöhnlich und einen zukünftig-fernen Zweck verfolgte, indessen Diensten er, Joseph, die Brüder hatte zum Äußerstentreiben müssen. Sie waren die Opfer der Zukunft, und sietaten ihm leid, so schlecht es dabei auch ihm selber ging. Siewürden dem Vater das Kleid schicken, die Unseligen, nachdemsie es im Blute des Böckleins gleichwie in seinem gewälzt,und Jaakob würde auf den Rücken fallen. Bei diesem Ge-danken trieb es den Joseph fliegend auf, den Vater zu schützenvor solchem Anblick mit dem einzigen Ergebnis natürlich,daß er, gestochen von Schmerzen wie von Tierbissen, inseinen Fesseln zurücksank an die Brunnenmauer und wiederzu weinen begann.

Er hatte schlimme Muße, zu weinen, Angst, Reue undMitleid zu erproben und, an seinem Leben verzweifelnd,dennoch insgeheim an Gottes heilsweise Zukunftszwecke zuglauben. Denn, grausam zu sagen, drei Tage sollte er imGefängnis bleiben, drei Tage und Nächte nackt und bloß