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Ach, nicht das wollt' ich sagen! Ach, ach, meine Knochen undSehnen rechts und links und alle meine Glieder! Mich dürstet!Brüder, es dürstet das Kind, denn es hat viel Bluts verlorenum eines Irrtums willen! Seid ihr noch da? Bin ich schonganz verlassen? Rüben, laß mich deine Stimme hören! Sagihnen, daß ich nichts ansagen werde, wenn sie mich erretten!Brüder, ich weiß, ihr denkt, ihr müßt mich in der Grube lassen,weil ich's sonst ansagen werde. Beim Gotte Abrahams,Jizchaks und Jaakobs, bei eurer Mütter Häuptern und beiRahels Haupt, meines Mütterchens, schwöre ich euch, daßich's nicht ansagen werde, nie und nimmer nicht, wenn ihr micheinmal noch aus der Grube errettet, nur noch dies eine Mal!"
„Ganz gewiß würde er's ansagen, wenn nicht heute, somorgen", murmelte Juda zwischen den Zähnen, und es warkeiner, der nicht diese Gewißheit geteilt hätte, Rüben nichtausgenommen, wie sehr sie in Widerstreit liegen mochte mitseinem schwebenden Hossen und Planen. Desto geheimer abermußte er dieses halten und es kräftig verleugnen; darum legteer die hohlen Hände an den Mund und rief:
„Wenn du nicht still bist, so werfen wir Steine auf dich,daß du gar dahin bist. Wir wollen nichts mehr hören von dir,denn du bist abgetan!"
Als Joseph das hörte und die Stimme Rubens erkannte,entsetzte er sich und verstummte, so daß sie ungestört blinzelnund den Vater fürchten konnten. Es lag so für sie, daß JaakobsHarren und langsames Verzweifeln, das ganze gefühlvolleElend, das sich zu Hebron vorbereitete, sie weiter nicht hätteanzugehen brauchen, wenn sie die Absicht gehabt hätten, ihreSelbstverbannung aufrechtzuhalten und in dauerndem Zer-würfnis mit dem Vaterherde zu leben. Das gerade Gegenteil