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2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
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ihnen dennoch für den Augenblick vor allem eindrucksvoll war.

Ihre Hände und Arme, die beim Begräbnis tätig gewesen,trugen die Erinnerung an die Berührung mit Josephs bloßerHaut, und diese Erinnerung war überaus zart, obgleich dieBerührung so unzärtlicher Art gewesen, und teilte sich ihrenHerzen als eine Weichheit mit, der sie blinzelnd nachspürten,ohne sich recht auf sie zu verstehen. Auch war nicht die Rededavon unter ihnen, sondern was sie sprachen, galt nur derFeststellung, daß Joseph nun auf die Seite gebracht und samtseinen Träumen sicher aufgehoben sei, es galt der gegenseitigenBeruhigung darüber.

Nun gibt's ihn nicht mehr", sagten sie.Uff, das wäregetan, und wir können nun ruhig schlafen." Daß sie ruhigschlafen könnten, wiederholten sie desto nachdrücklicher, jezweifelhafter ihnen die Sache war. Sie mochten schlafen desTräumers wegen, der ausgeschieöen war und dem Vater nichtswürde ansagen können. Aber eben in diesem beruhigendenGedanken war der an den Vater enthalten, der vergebens auf '

Josephs Heimkehr warten würde, ewig vergebens, und dieseVorstellung, soviel Sicherheit sie gewährte, lud keineswegszum Schlafen ein. Es war für sämtliche zehn, ohne Aus-nahme, auch für die wilden Zwillinge, eine grauenvolle Vor-stellung, denn ihre Kindesfurcht vor Jaakob, vor der Zartheitund Macht seiner Seele war die ausgeprägteste, und daßJoseph nicht würde reden können, war erkauft mit einem An-griff auf diese pathetische Seele, den sie sich nur mit Schreckenvergegenwärtigten. Was sie an dem Bruder getan, hattensie am Ende aus Eifersucht getan; aber man weiß ja, welchesGefühl in der Eifersucht seine Verzerrung erleidet. Sah mansich freilich die geölte Roheit Schimeons und Leoi's an, so