Schlange und Otter genannt, und eine gewisse Spitzfindigkeitist mir nicht abzusprechen. So machen wir's: Wir lassen ihnin die Grube fahren, in eine Grube hinab, in den dürrenBrunnen hier, halb verschüttet, darin kein Wasser ist. Da ister in Sicherheit und beiseite gebracht und mag sehen, wasseine Träume sind. Vor Jaakob aber lügen wir und spreckensicheren Mundes: ,Wir haben ihn nicht gesehen und wissennicht, ob's ihn noch gibt oder nicht. Wo nicht, so hat allen-falls ein reißend Tier ihn gefressen. O Jammer!' Wir müssen,O Jammer!' hinzufügen um der Lüge willen."
„Still!" machte Naphtali. „Er liegt ja nahebei und hörtuns!"
„Was macht das?" erwiderte Dan. „Er wird's niemandemansagen. Daß er's hört, ist ein Grund mehr dafür, daß ernicht von hier gehen darf, aber er durfte schon vorher nicht,und es geht nun alles in eins. Wir können ruhig reden vor ihm,denn er ist schon so gut wie tot."
Ein Klagelaut kam von Joseph her, aus seiner von derFesselung hochgezerrten Brust, auf der zart und rot die mütter-lichen Sterne standen. Er weinte.
„Hört ihr's, und erbarmt es euch nicht?" fragte Rüben.
„Rüben, was soll das", erwiderte ihm Juda, „und wasredest du von Erbarmen, möge es sich auch einmischen beidem einen oder anderen von uns so gut wie bei dir? Löscht seinWeinen in dieser Stunde es aus, daß die Kröte unverschämtwar all ihrer Lebtage bis über den Himmel hinaus und unsuntertreten hat beim Vater mit schändlichster Gleisnerci?Kommt Erbarmen auf gegen das Notwendige, und ist's eindurchschlagender Grund, daß er von hier gehe und alles an-sage? Also, was frommt's, vom Erbarmen zu reden, wenn