der rote Saft, der der Schönheit entquillt, wenn man ihreOberfläche verletzt. Sein eines nicht verhauenes Auge suchteentsetzenövoll seine Mörder und schloß sich zuweilen krampf-haft wie im Reslexschutz gegen neue Gewalttat.
Die Untäter standen pustend und übertrieben ihre Er-schöpfung, um die Ratlosigkeit zu verdecken, die bei keimenderBesinnung sich ihrer bemächtigte. Sie ahmten den Rübennach im Schweißwischen mit dem Handrücken, bliesen dieLippen auf und machten Gesichter, die eine der Rachetatnachklingende ungeheuer gerechte Entrüstung zum Ausdruckbrachten, als wollten sie sagen: „Was auch geschehen seinmöge — kann irgendein Mensch uns einen Vorwurf darausmachen?" Sie sagten es auch in Worten, die sie zu ihrerRechtfertigung vor einander und vor jedem außer ihnenwaltenden Urteil kurz ausatmend hervorstießen: „So einGauch!" — „So ein Dorn!" — „Dem haben wir's gezeigt!"
— „Dem haben wir's ausgetrieben!" — „Sollte man'sglauben?!" — „Kommt hier daher!" — „Kommt hier dahervor uns!" — „Im bunten Rock!!" — „Uns vor die Augen!" —„Will nach dem Rechten sehn!" — „Aber wir sahn danach!"
— „Daß er'g gedenke!
Aber indem sie dies ausstießen, regte sich — gleichzeitig inihnen allen — ein Grauen, zu dessen Ubertäubung all dieseStoßreöensarten eigentlich dienen sollten; und wenn man dasheimliche Grauen näher besah, so war's der Gedanke anJaakob.
Du großer Gott, was hatte man mit des Vaters Lammgemacht — vom Zustande, in dem Rahels jungfräuliches Erbesich befand, noch ganz zu schweigen? Wie würde der Aus-drucksvolle sich anstellen, wenn er's gewahrte oder erfuhr.