mußte sich überwinden, den verzärtelten Gegenstand seinerSchwäche, der des Schadens Mittler gewesen war, auch zumMittler des Ausgleichs zu machen und ihm zu diesem Zwecketwas zuzumuten, ihn ein wenig rauh anzufassen zur Buße fürihn und das eigene Herz. Darum rief er den Knaben ziemlichbestimmten Tones an, da er ihn von ferne sah, und sprach:
„Joseph!"
„Hier bin ich!" antwortete dieser und war gleich zur Stelle.Denn er freute sich, angerufen zu werden, da der Vater seitder Brüder Weggang wenig mit ihm gesprochen hatte und einahnungsvolles Unbehagen auch in ihm, dem Toren, von jenemletzten Beisammensein zurückgeblieben war.
„Höre einmal", sagte Jaakob, indem er aus irgendwelchenGründen den Zerstreuten spielte, nachdenklich mit den Augenblinzelte und den Bart durch die Hand streichen ließ, „ wie istmir denn, weiden deine Brüder, die Älteren, nicht allesamtmiteinander im Tale Schekem?"
„Doch", erwiderte Joseph, „des glaube auch ich mich wohlzu entsinnen, und narrt mich nicht mein Gedächtnis, so wolltensie einmal alle zusammen gen Schekem ziehen, deiner Herdenzu warten, die da weiden, der fetten Auen wegen, die es dortgibt, und weil dieses Tal hier das Deine nicht alles trägt."
„So ist es", bestätigte Jaakob, „und es ist dies, weswegenich dich rief. Denn ich höre nichts von den Söhnen Lea's, undvon den Kindern der Mägde bleibt mir die Kunde aus. Mirist unbekannt, wie es steht aus den Auen dort, ob JizchaksSegen war bei der Sommerlammung oder ob Leberfäule undAufblähen mir das Meine verheeren. Über das Befindenmeiner Kinder, deiner Brüder, weiß ich nichts und höre nicht,ob sie in Frieden das Weiderecht üben in einem Burgbann,