groß. Der Träumer hatte die letzten Tage her die Stundeihrer Rast nicht geteilt. Nun war er wieder da, den Kopf imSchoße des Vaters. Es war klar, daß er da sein mußte, wennsie der Vater besuchte, nur fragte sich, was den Alten dennplötzlich herbeigeführt hatte. Sie saßen recht steif und schweig-sam, alle schicklich bekleidet mit Rücksicht auf Jaakobs Ge-sinnung. Der wunderte sich, wie doch so gar nicht jene ge-sunde Vertraulichkeit hervortreten wollte, die nach JosephsWorten das Kennzeichen der Stunde hätte sein sollen. Esmochte die Ehrfurcht sein, die sie hintanhielt. Selbst Josephwar schweigsam. Er hatte Angst, obgleich er im Schoße desVaters lag und sich durch dessen Gegenwart Rückendeckungund freie Rede geschaffen hatte. In Wahrheit war er besorgtum seinen Traum und um den Erfolg seines Traumes. Miteinem Satz war er ausgesagt und gar nicht erweiterungsfähig.Wenn Gad etwa fragen würde, ob das alles sei, so würde erein geschlagener Knabe sein. Die Kürze hatte den Vorzug, daßalles sofort heraus war, ehe sich's einer versah, und niemandihn unterbrechen konnte. Aber die Wirkung auf die Gemütermochte leicht an einer gewissen großartigen Dürftigkeit desBerichtes scheitern. Ihm klopfte das Herz.
Fast hätte er den Augenblick versäumt, seinen Streich noch zuführen, denn da es langweilig war, drohte verfrühter Ausbruch.Doch hätten selbst die Vorzeichen eines solchen seine berechtigteZaghaftigkeit sehr möglicherweise nicht zu überwinden ver-mocht, wenn nichtJaakob zuletzt noch sich gütig erkundigt hätte:
„Wie war es denn, hörte ich nicht, ihr erzähltet euchSchnurren und Träume, im Schatten um diese Stunde?"
Sie schwiegen verwirrt.
„Ja, Schnurren und Träume!"rief Joseph erregt. „Wie