aber genauer hin, so schien es, als ob er mit dieser Gedanken-verbindung die Brüder von anderen Annahmen ablenken undsie damit verlocken wollte, es auch ihrerseits mit der Lügen-hypothese zu halten, weil er besorgte, daß sie aus der Annahme,Gott selbst habe den Traum gesandt, durchaus nicht die Schluß-folgerung der Bescheidung und Anbetung, sondern vielmehrunbestimmt schlimmere als bloße Prügel zu ziehen geneigtsein würden. Tatsächlich fand er sie wenig bereit, das Persön-liche vom Sachlichen zu trennen und ihr Verhalten zu Josephvon der Unterscheidung bestimmen zu lassen, ob dieser nur ausleerem Dünkel geträumt habe oder ob sein Traum ein Lichtauf die wirkliche Sachlage, das heißt: auf Gottes Willen undPläne werfe. Aus ihren Reden ging nicht deutlich hervor, inwelchem dieser Fälle Joseph ihnen verabscheuenswürdiger undviperähnlicher erscheine, — eher womöglich noch im zweiten.Kam wirklich der Traum von Gott und war er ein Send-zeichen der Erwählung, so war gegen Gott freilich nichts zusagen, — so wenig wie gegen Vater Jaakob etwas zu sagenwar wegen seiner ehrwürdigen Schwäche. An Joseph gingalles aus in ihren Gedanken. Wenn Gott ihn erwählt hattezu ihren Ungunsten und ihre Garben schmählich wedeln ließvor der seinen, so war eben Gott betört von ihm, wie Jaakobes war, und das war die Folge derselben Gleisnerei, mit der ersie beim Vater untertrat. Gott war groß, heilig und unver-antwortlich, aber Joseph war eine Viper. Man sieht (undauch Rüben sah es), ihre Vorstellung von Josephs Verhältniszu Gott stimmte aufs beste mit der überein, die dieser selbstdavon hegte: sie sahen es an wie sein Verhältnis zum Vater.Und so mußte es sein, denn nur gemeinsame Voraussetzungenschossen den rechten Haß.
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