Druckschrift 
2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
140
Einzelbild herunterladen
 

1^0

blinzelnd-bestürzte Bohren der entzündlichen Lea-Augen ohneErwiderung ausnehmend in seine Unergründlichkeit.

Der Turm wankte. Dem großen Rüben graute es. Wiedrückte der Junge sich aus, worauf redete er sich hinaus, wiekam das alles heraus? Rüben hatte nach seinem Hochmutgefragt, er bereute es, denn nun hakte er Antwort. Zornighatte er wissen wollen, wer jener denn sei, hätte er's nichtgetan! Denn jetzt war er bedeutet, und zwar so zweideutig,daß es ihm den Rücken hinunterlief, so lang er war. War esZufall, wie sich in des Knaben Mund die Worte gefügt hatten?Wollte er damit auf das Göttliche anspielen und sich daraufberufen, um seine Hinterlist zu rechtfertigen, oder. . . UnddiesesOder" erregte dem Rüben dasselbe Grausen in derHerzgrube, über das Bruder Gaddiel sich schimpfend beklagthatte an Josephs Lager, nur stärker war es in Rüben, einetiefere Erschütterung und zugleich Bewunderung, ein weiches,zärtliches Entsetzen und Erstaunen.

Man muß den Rüben verstehen. Er war nicht der Mann,allein in aller Welk die Wichtigkeit der Frage zu verkennen,wer einer war, in welchen Fußstapfen er ging, auf welche Ver-gangenheit er seine Gegenwart bezog, um sie als Wirklichkeitdadurch auszuweisen. Joseph hatte sich ausgewiesen durchseine Antwort auf so ungeheuerlich anmaßende Weise, daßes dem Rüben schwindelte. Aber die Magie des Wortes, diedas Obere ins Untere zog, diese zwanglos freie und zweifellosechte Gefügigkeit der Sprache zu verwechselndem Zauber,ließ die Stapfen, in denen der junge Bruder wandelte,vor Rubens Augen hell erschimmern. Er hielt den Josephin diesem Augenblick nicht geradezu für eine verschleierteDoppelgottheit von beiderlei Geschlecht wir wollen so