„Der Herr spricht: ,Jch gönne, wem ich gönne?"
„Oh, frech bist du!" sagte Rüben mit dick zusammen-gezogenen Brauen und schüttelte ihn langsam an der Schulterhin und her. „Mir sagt man wohl nach, daß ich sei wie einLahinschießend Wasser, und die Sünde ist mir nicht fern.Wer ein Leichtsinn, verstockt wie deiner, der ist mir fern.Du pochst auf Gott und spottest des Herzens, das da ist indeiner Hand. Weißt du, daß du den Alten in Angst und Notgestoßen hast, da du ihn beschwatztest um das Kleid?"
„Aber großer Rüben, in was für Not?"
„Ich kenne es schon, daß du lügst, da du fragst. Hast duso große Freude dran, daß der Mensch so zu tun vermag? —In Not um dich, der du sein Liebstes bist ohne Verdienst,nach seines Herzens Willen, das ist weich und stolz. Er wurdegesegnet vor Esau, seinem Zwilling, aber ist ihm nicht wordenKummers genug, da ihm Rahel starb einen Feldweg vonEphron, ferner durch Dina, sein Kind, und auch durch mich,was ich selbst hinzufüge, da ich dir ansehe, daß du imstandewärst, mich dran zu erinnern?"
„Nicht doch, stacker Rüben. Ich denke gar nicht daran, daßdu eines Tages mit Bilha scherztest, so daß du dem Daker wieein Flußpferd vockamst in seiner Verstimmung."
„Schweig! Wie kannst du reden davon, da ich's dir aus-drücklich vom Munde weggenommen und kam dir zuvor?Immer ersinnst du neue Arten der Lüge und sagst ,Jch denkenicht dran', da du ausführlich davon redest. Ist es das, wasdu von den Lcsesteinen erfährst und was du übst, wenn dumit Eliezer betreibst das Tempelwissen? Deine Lippen regensich, ich weiß nicht wie, und geschnitten vom Schöpfer sound so, und es glitzern dir die Zähne dazwischen. Was aber