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In Juda's Augen also war Schwermut, aber sie bestimmteihn nicht zur Gutmütigkeit und dazu, daß er heimlich wäredem Joseph übers Haar gefahren, wie Rüben. Er sagte:
„Wie kommst du uns vor, Schreiber? Tritt man vor dieÄlteren im gemeinen Rock mit Tuscheflecken darin zu ihrerBegrüßung, da sie lange entfernt waren und kehren zurück?Liegt dir so wenig daran, uns zu gefallen, da du dir sonstdoch nichts Besseres weißt, als es den Leuten anzutun, daßsie dir lächeln? Man sagt, du habest Stücke im Kasten, kost-bar, daß man blinzelt, und wert eines Fürstenkindes. Waskränkst du uns, indem du geizest damit beim Empfange?"
Schimeon und Levi, heißblickend und narbig, die geölteBrust mit Tätowierungen bedeckt und gestützt auf keulen-artige Knüppel, brachen in ein kurzes, brüllendes Gelächteraus.
„Seit wann gehen Bestrickende ohne Schleier spazieren?"schrie der eine.
„Und seit wann ohne Augendecke die Tempeldirnen?"reimte der andere, gleichgültig dagegen, daß Juda zusammen-zuckte.
„Ach, meinst du mein Bildkleid?" fragte Joseph. „Hatunser Bruder Naphtali euch unterwegs schon erzählt, wieJaakob sich meiner erbarmt hat? Vergebt mir aus Güte!"sagte er und demütigte sich anmutig vor ihnen mit gekreuztenArmen. „Es ist schwer, das Rechte zu treffen im Tun undLassen, und es fällt der Mensch in Sünde, wie er sich stelle.Ich dachte närrischerweise: Soll ich mich spreizen vor meinenHerren? Nein, sondern prunklos will ich dahertreten, daß siekein Ärgernis nehmen an meiner Hoffart, sondern michlieben. Siehe da, ich hab's dumm gemacht. Schmücken hätt'