Druckschrift 
2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
129
Einzelbild herunterladen
 

129

Neun Tage später waren sie da, mit dem Boten zusammen,genau auf den Vollmondstag: Rüben, Schi'meon, Levi, Juda,Jssakhar und Sebulun, und blickten um sich in finsteremR« ! Euchen. Schimeon und Levi, genanntdie Zwillinge", obgleich

MH E sie ein Jahr auseinanderwaren, hatten, wie Naphtali ver-

»» sicherte, bei der Nachricht gebrüllt wie Stiere.

Äk

kly

>Kl>«

!»

!i«m,»>bm

esikl

k»:6!

KM

ib»

Mii

tz°>,

Von Rubens Erschrecken

So viel Sinn und Verstand besaß Joseph, daß er ihnen nichtsofort und geradezu in dem Kleide enkgegentrat, obgleich erdie größte Lust dazu gehabt hatte. Ein leiser Zweifel daran, obsie ihn wirklich soviel mehr liebten als sich selbst, daß sie außerreiner Freude gar nichts anderes beim Anblick seiner Haupt-erhebung empfinden würden, hatte ihn vermocht, den Schleiervorerst noch beiseite zu lassen und sie im Allkagshemd zu be-willkommnen.

Gegrüßt, liebe Lea-Brüder, ihr starken Leute!" sagte er.Willkommen beim Vater! Ein paar von euch wenigstens willich küssen."

Und er ging zwischen ihnen umher und küßte drei oder vieraus die Schulter, obgleich sie so steif wie Stöcke standen und ihnnicht anrührten. Nur Re'uben, ein neunundzwanzigjährigerMann zur Zeit, groß und schwer, die gewaltigen Beine mitLederriemen umwunden, in einem Fellschurz, mit rasiertem,fleischig-muskelstarkem, gerötetem, bärbeißigem Gesicht vonstumpfem Profil und verlegen-würdevollem Ausdruck, dieniedere Stirn vom lockig hineindringenden schwarzen Haarverdüstert, nur er hob, ohne übrigens eine Miene zu ver-ziehen, die schwere Hand, als er Josephs Lippen auf seiner9 j.A.

»