drängte, um womöglich von dort eine hierorts schimpflicher-weise noch unbekannte Nachricht zurückzubringen und so dasWissen der Menschen auszugleichen. In diesem Falle nun wares der Ort der fernen Brüder, zu dem seine Gedanken — dieseinen zuerst - das Gegenwärtige eilig in Beziehung gesetzthatten. Sie wußten noch nichts, dank unausstehlicher Raumes-wirkung, und mußten's doch schleunig wissen. In seiner Seelelief Naphtali schon.
„Hört, hört, ihr Brüder, ihr Kinder, ihr Freunde", plap-perte er mit leiser, hastiger Stimme. „Wir stehen und schauenan das Geschehene, denn wir sind zur Stelle. Aber zu dieserselbigen Stunde sitzen zu Schekem im Tale die Rotäugigenums Feuer und sprechen von diesem und jenem, nur nicht davon,daß Jaakob dem Joseph das Haupt erhöht hat zu ihrerSchande, denn sie vermuten's nicht, und so laut auch dieSchande schreit, ihre und unsre, sie hören's nicht. Geht es aberan, daß wir uns genügen lassen am Vorteil und sprechen: Siesind fern, also töricht, denn Ferne ist töricht, und dabei bleibt's?Nein, sondern ansagen muß man's ihnen, daß es dort sei wiehier und sie nicht leben, als wäre es nicht. Schickt mich, schicktmich! Ich will übers Land fahren zu ihnen und ihnen Kundegeben, daß ich ihre Dunkelheit erhelle und sie laut aufschreienmache. Euch aber melde ich rückkehrend, wie sie geschrien."
Man pflichtete ihm bei. Die Rokäugigen mußten's erfahren.Fast näher noch ging es sie an als die Viere. Naphtali wardmit dem Wege betraut; dem Vater aber würde man sagen,ein eiliger Handel habe den Geläufigen über Land gerufen. Erschlief kaum vor Ungeduld und rüstete den Esel vor Tages-grauen; als Joseph erwachte unter dem Weltenkleide, war erschon weit davon, und den Fernen näherte sich das Wissen.