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2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
122
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keine Rücksicht auf sie zu nehmen brauche. Wer um seinerschönen Augen willen einen solchen Leichtsinn verzeihlichfände, würde große Schwäche beweisen.

Etwas anderes war es mit Benjamin. Hier war Sorg-losigkeit ausnahmsweise am Platze. Wenn er ausrief:

Jehosiph, himmlischer Bruder! Es ist nicht wie imWachen, sondern als wie im Traum, und der Herr hak dir um-geworfen ein herrlich Gewand, darein aller Art Lichter ver-woben sind, und hat dir einen Mantel angezogen voll Stolzund Ruhm! Ach, der Kleine hier, der ich bin, ist hingerissen!Geh noch nicht zu den Söhnen Bilha's und laß Silpa's Söhnenoch etwas in Unwissenheit! Bleibe hier beim Brüderchenrechter Hand, daß ich dich länger bewundern und mich satt andir sehen kann!"

so mochte Joseph das freilich für bare Münze nehmen;es war nichts anderes. Und doch wäre sogar aus seinen lau-teren Worten Warnung für Joseph zu schöpfen gewesen:Wir müßten uns sehr irren, wenn nicht kluge Ängstlichkeit vorder Begegnung des Schönen mit den Brüdern daraus ge-sprochen hätte und der Wunsch, diese Begegnung wenigstensnoch etwas zu verzögern. Übrigens besaß Joseph, wenn nichtso viel Einsicht, so doch immerhin so viel Instinkt, den Kindernder Mägde nicht sofort zu erscheinen, sie in dem Kleide nichtgeradezu aufzusuchen. Einige niedrig Stehende ausgenommen,die seiner im Umhergehen ansichtig wurden und es an Lob-hudeleien, Kußhänden und Benedeiungen nicht fehlen ließen,bekam diesen Tag nur noch der alte Eliezer ihn zu sehen, der inein längeres Nicken verfiel, das sowohl Beifall wie auch nurallgemeine Schicksalsbetrachtsamkeit zu bedeuten habenkonnte, und dann sogleich mit göttlich-nichtssagendster Miene