Braut verschleiere und sich der Nana heilige und sei emeGeweihte. Längst habe ich', sprach er, ,die Augendecke ge-kauft von einem Wandernden und sie in der Truhe ver-wahrt, denn sie ist kostbar. Einer Königstochter soll sie ge-hört haben vor Zeiten und soll gewesen sein das Jungfrauen-gewand eines Fürstenkindes, was da ist glaubhaft zu sagen,so kunstfertig, wie das Gewirk bestickt ist über und über mitallerlei Zeichen der Götzen. Sie aber soll ihr Haupt dareinhüllen und soll sein wie der Enitu eine und wie eine Himmels-braut im Bettgemach des Turmes Etemenanki.' So oderähnlich der Teufel zu mir. Und er log nicht mit diesen Worten,denn Rahel erhielt das Gewand, und war eine Prachtsondergleichen damit, da wir zur Hochzeit saßen, und ich küßtedas Bild der Jschtar. Da ich aber der Braut die Blüte ge-reicht, hob ich ihr den Schleier, daß ich sie sähe mit sehendenHänden. Lea war's, die der Teufel listig hatte eingelassenins Bettgemach, so daß ich nur meiner Meinung nachglücklich war, nicht aber in Wahrheit, — wer sollte nicht irrewerden im Haupte, wenn er dahinein sich verliert, darumübergeh' ich's. Aber besonnen war ich im vermeintlichenGlück und legte gefaltet das heilige Gewirk auf den Stuhl,der dastand, und sprach zur Braut die Worte: ,Wir wollenihn vererben durch die Geschlechter, und sollen ihn tragen dieLieblinge unter den Zahllosen.'"
„Trug auch Mami das Tuch zu ihrer Stunde?"
„Es ist kein Tuch, es ist eine Pracht. Es ist ein Stück zufreiem Gebrauch, knöchellang, mit Ärmeln, daß der Menschnach seinem Geschmack und nach seiner Schönheit damitverfahre. Mami? Sie trug's und behielt's. Ein- und auf-gepackt hat sie's treulich, als wir dahinfuhren und brachen