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2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
110
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IIO

sehen, wovon er sprach,prächtig in Stamm und Krone,von den Vätern gepflanzt zur Lust der Späten. Seine Wipfelregen sich funkelnd im Winde, da seine Wurzeln im Steinund Staube haften des Erdreichs, tief im Dunkeln. Weißwohl auch der heitere Wipfel viel von der kotigen Wurzel?Nein, sondern ist mit dem Herrn hinausgekommen über sie,wiegt sich und denkt nicht ihrer. Also ist's, meines Bedünkeng,mit Brauch und Unflat, und daß die fromme Sitte unsschmecke, bleibe das Unterste nur hübsch zuunterst."

Lieblich, lieblich, dein Gleichnis", sprach Jaakob mitKopfnicken und strich sich den Bart, indem er ihn von denSeiten zusammenfaßte und ihn durch die hohle Hand gleitenließ,witzig und wohlerfunden! Das hindert nicht, daßnotwendig bleibt das Sinnen, sowie das Sorgen und die Be-unruhigung, die Abrams Teil waren und unser Teil sind jeund je, damit wir uns lösen von dem, worüber der Herrhinauswill mit uns und vielleicht schon hinaus ist, das istdie Sorge. Sage doch an: Wer ist der Würger, und wasist sein Vorübergehen? Geht nicht der Mond in der Nachtdes Festes voll und schön durch den Paß, der da ist der Nord-und Scheitelpunkt seines Weges, woselbst er sich wendetin seiner Fülle? Aber der Nordpunkt ist Nergals, des Mör-ders; sein ist die Nacht, Sin regiert sie für ihn. Sin istNergal bei diesem Fest, und der Würger, der vorübergehtund den wir versöhnen, das ist der Rote."

Offenbar", sagte Joseph.Wir bedenken's kaum, docher ist's."

Dies ist die Beunruhigung", fuhr Jaakob fort,die michzerstreute beim Spiel. Denn es sind die Gestirne, die unsdas Fest bestimmen, Mond und Roter, die die Vertauschung