Druckschrift 
2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
109
Einzelbild herunterladen
 

beging schweren Fehler damit. Denn es ekelt den Herrn dasÜberständige, worüber er mit uns hinauswill und schonhinaus ist, und er verwirft's und verflucht's. Darum, hätteLaban sich auf den Herrn und auf die Zeiten verstanden, sohätte er an Stelle des Knäbleins ein Zicklein geschlachtetund mit dem Blute Schwelle und Pfosten bestrichen, so wäreer angenehm gewesen, und sein Rauch wäre gerade auf-gestiegen gen Himmel."

Da sagst nun du es wieder", erwiderte Jaakob,undnimmst mir den Gedanken vorweg und das Work vom Munde.Denn den Würger gelüstet's nicht nur nach dem Vieh, son-dern auch nach des Menschen Blut, und nicht nur in An-sehung der Herde beschwichtigen wir seine Gier durch dasBlut des Tiers an den Pfosten, sowie durch das Opfermahl,das wir abhalten gründlich und eilig bei der Nacht, damitbis zum Morgen nichts übrigbleibe vom Braten. Was fürein Braten ist das, wenn man's besinnt, und büßt wohl dasLamm nur für die Herde, da wir es schlachten? Was würdenwir schlachten und essen, wenn wir töricht wären wie Laban,und was ist geschlachtet worden und gegessen in unflätigenZeiten? Wissen wir also, was wir festlich tun, wenn wiressen, und müßte uns nicht, wenn wir's bedächten, das Unterstezuoberst kommen, so daß wir erbrächen?"

Laß uns tun und essen", sagte Joseph mit leichtsinnighoher Stimme und schaukelte sich in seinen gefalteten Hän-den.Brauch und Braten sind wohlschmeckend, und sind sieeine Lösung, so lösen auch wir uns fröhlich damit vom Un-flat, indem wir uns auf den Herrn verstehen und auf dieZeiten! Siehe, da ist ein Baum", rief er und wies mit aus-gestreckter Hand ins Innere des Zeltes, als wäre dort zu