lassen. Wiederholt überkam mich ein Sinnen, das mich denStand der Steine vergessen ließ, und siehe, es galt dem Fest,das sich nähert, und der Opfernacht, die herankommt, dawir das Schaf schlachten nach Sonnenuntergang und tauchenden Psopbüschel ins Blut, um die Pfosten damit zu be-streichen, damit der Würger vorübergehe. Denn es ist dieNacht des Vorübergehens und der Verschonung um desOpfers willen, und ist das Blut an den Pfosten dem Umher-gehenden eine Beschwichtigung und ein Zeichen, daß der Erst-ling geopfert ist zur Versöhnung und zum Ersatz für Menschenund Vieh, die es ihn zu würgen gelüstet. Darüber siel ichmehrfach in Sinnen, denn der Mensch tut manches, undsiehe, er weiß nicht, was er tut. Wüßte und bedächte er'saber, so möchte es sein, daß sich das Eingeweide ihm um-wendete und ihm das Unterste zuoberst käme in Übelkeit,wie mir's mehrmals im Leben erging, nämlich zum ersten-mal, da ich erfuhr, daß Laban zu Sinear überm Prath einst-mals sein erstgeboren Söhnchen geschlachtet habe als Dar-bringung und es in einer Kruke beigesetzt habe im Funda-ment zum Schutze des Hauses. Meinst du aber, es hätteihm Segen gebracht? Nein, sondern Unsegen, Fluch undLähmung, und wäre nicht ich gekommen und hätte ein wenigLeben verbreitet in Haus und Wirtschaft, so hätte alles inTrübsal gestockt, und nie wieder wäre er fruchtbar gewordenin seinem Weibe Adina. Und doch hätte Laban das Söhn-chen nicht eingemauert, wenn es nicht Altvorderen vor ihmSegen gebracht hätte in anderen Zeiten."
„Da sagst du es", antwortete Joseph, der die Hände imNacken gefaltet hatte, „und machst mir klar, wie sich diesbegab. Laban handelte nach überständigem Brauch und