Druckschrift 
2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
79
Einzelbild herunterladen
 

Wir sehen uns mit Tränen nieder.

Denn du bist tot, mein Gott, mein Gatte, mein Kind!

Du bist eine Tamariske, die im Beete Wasser nicht getrunken.

Deren Wipfel auf dem Felde keinen Trieb hervorgebracht!

Ein Schößling bist du, den man in seiner Wasserrinne nicht

gepflanzt hat.

Ein Reis, dessen Wurzeln ausgerissen sind.

Ein Grünkraut, das im Garten kein Wasser getrunken!

Wehe, mein Damu, mein Kind, mein Licht!

Niemand liebte dich mehr als ich?"

Du kennst die Klage wohl in allen ihren Worten."

Ich kenne sie", sagte Joseph.

Und auch dir geht sie nahe ans Herz, wie mich dünkt",setzte Benoni hinzu.Ein- oder zweimal, während du sangest,war es mir ganz, als wollte es dich ebenfalls von innenstoßen, obgleich die Weiber der Stadt es doch nur treiben,wie sie's wissen, und der Sohn nicht Adonai ist, Jaakobs undAbrahams Gott."

Er ist der Sohn und der Geliebte", sagte Joseph,undist das Opfer. Was redest du, es hat mich nicht gestoßen.Bin ich doch nicht klein und weinerlich wie du."

Nein, sondern bist jung und schön", sagte Benjaminunterwürfig.Nun ist dein Kranz gleich fertig, den du dirvorbehältst. Ich sehe, du hast ihn vorne höher und breitergemacht denn hinten, als wie eine Stirnkrone, um deineGeschicklichkeit zu beweisen. Ich freue mich darauf, daß duihn dir aufsetzest, mehr als auf den Ebereschenkranz, den dumir machen willst. Aber der schöne Gott liegt nun auf der