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2 (1934) Der junge Joseph
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Was hat er im Haar?"

Nichts", antwortete Joseph kurz.Man hat seineLippen, Nägel und Körpermale aus Wachs gemacht, und auchdie furchtbare Wunde von Ninibs Zahn ist mit rotem Wachsausgelegt. Sie blutet."

Du sagtest, der Frauen Jammer sei groß, wenn sie ihnßnden?"

Er ist sehr groß. Bisher war es nur die Klage des Ver-missens, jetzt erst beginnt die große Klage des Findens, dieweit gellender ist. Es ist die Flötentrauer um Tammuz, denHerrn, denn hier am Orte sitzen Spielleute, die blasen ausaller Kraft kurze Flöten, deren Weinen gar jammervoll dasGebein durchdringt. Die Weiber aber lassen ihr Haar fallenund schweifen aus in allen ihren Gebärden, indem sie über denLeichnam klagen: ,O mein Gatte, mein Kind!' Denn jede vonihnen ist wie die Göttin, und jede klagt: .Niemand liebte dichmehr als ich!'"

Ich muß schluchzen, Joseph. Der Tod des Herrn ist fastzu jammervoll für mich Kleinen, so daß es mich stößt voninnen. Warum mußte auch der Junge, Schöne zerrissenwerden im Hain, in der Welt, im Grünen, daß nun solcheKlage über ihn ist?"

Das verstehst du nicht", antwortete Joseph.Er ist derDulder und ist das Opfer. Er steigt in den Abgrund, umdaraus hervorzugehen und verherrlicht zu werden. Dessenwar Abram gewiß, als er das Messer hob über den wahr-haften Sohn. Aber als er es niederstieß, da war's zum Ersatzein Widder. Darum, wenn wir einen Widder darbringenoder ein Lamm als Ganzopfer, so hängen wir ihm wohl einSiegel an mit dem Bild eines Menschen zum Zeichen der