Segensträgerschaft handeln, die, wie bekannt, vom Vaterihm zugedacht, über seinem Scheitel schwebte — doch wardas augenscheinlich nicht alles.
„Sei ruhig, Bürschchen!" mochte Joseph wohl sagen, indemer den Gefährten auf seinen kühlen Haarhelm küßte. „Ichmache dir zu Hause einen Kranz aus Eichenlaub oder vonbunten Disteln oder einen Ebereschenkranz mit roten Perlendarin, — was sagst du dazu? Ist es nicht hübscher? Was solldir die Myrte? Sie paßt nicht zu dir. Man muß achkgeben,womit man sich schmückt, und seine Wahl treffen."
Dann antwortete Benjamin:
„Das ist offenbar, du hast recht, und ich sehe es ein, Jo-sephja, Jaschup, mein Jehosiph. Du bist über die Maßen klug,und was du sagst, könnte nicht ich sagen. Aber wenn du essagst, so sehe ich es und ergebe mich in deine Gedanken, so daßes auch meine sind und ich so klug bin, wie du mich machst.Es ist mir ganz klar, daß man eine Wahl treffen muß und daßnicht jedem ein jeder Schmuck gebührt. Ich sehe, du willstdabei stehenbleiben und mich so klug lassen, wie ich damit ge-worden bin. Aber selbst wenn du weitergingest und ließestdich gegen den Bruder genauer aus, so würde ich schon mit-kommen, glaube dem Kleinen, du könntest ihm manches zu-muten."
Joseph schwieg.
„Soviel habe ich sagen hören von Leuten", fuhr Benjaminfort, „daß die Myrte ein Gleichnis ist der Jugend und Schön-heit— so sagen die Großen, wenn ich es sage, sv lächert'S dichund mich, denn was sind das für Worte, daß sie mir zukämennach ihrem Laut und nach ihrer Meinung. Jung bin ich wohl,nämlich klein, das heißt noch nicht einmal jung, sondern ein