Gott aber hatte seine Fingerspitzen geküßt und zum heim-lichen Arger der Engel gerufen: „Es ist unglaublich, wie weit-gehend dieser Erdenkloß mich erkennt! Fange ich nicht an,mir durch ihn einen Namen zu machen? Wahrhaftig, ichwill ihn salben!"
Der Herr des Boten
Als einen solchen Mann also, schlechthin, schilderteEliezer seinem Schüler den Abraham mit seiner Zunge.Aber unversehens spaltete diese Zunge sich im Reden undredete auch noch anders von ihm, auf andere Weise. Es warimmer noch Abram, der Mann aus Uru oder eigentlichCharran, von dem die würdige Schlangenzunge redete, —und sie nannte ihn Josephs Urgroßvater. Daß Abram dasbei Lichte nicht war, — jener Abraham, von dem die Zungenoch soeben geredet, der unruhige Untertan Amraphelsvon Sinear; daß keines Menschen Großältervater zwanzigMenschenalter vor ihm selbst gelebt hat, das wußten beide,der Alte und der Junge. Aber es gab über mehr noch einAuge zuzudrücken zwischen ihnen als nur über diese Un-genauigkeit; denn der Abraham, von dem die Zunge nunredete, zwischenein, hin und her wechselnd, zwiespältig, warauch der nicht, der damals gelebt und Sinears Staub vonden Füßen geschüttelt hatte, sondern vielmehr eine Figur,die wiederum tief hinter jener sichtbar wurde und für diejene durchscheinend war, so daß die Augen des Jungen sichebenso schwimmend in dieser Persönlichkeitsdurchsicht brachenwie in der „Eliezer" genannten, — einer immer lichterenDurchsicht, naturgemäß; denn Licht ist's, was durchscheint.