auf das Haupt eines Gottes, des Mardug, Anu oder Scha-masch, hauste, um dasselbe am nächsten Tage und im nächstenTempel einem anderen Gotte zuzusingen. „Du bist der Eineund Höchste, ohne dich wird kein Gericht gehalten, keineEntscheidung getrosten, kein Gott im Himmel und auf Erdenkann dir Widerstand leisten, du bist erhaben über ihre Ge-samtheit!" Das war liebedienerischerweise und aus Hingabean den Augenblick oft gesagt und gesungen worden in Nim-rods Reich; aber Abraham fand und erklärte, daß es inWahrheit nur Einem gesagt werden könne und dürfe, immerdemselben, der der durchaus Bekannte war, weil alles vonihm kam, und der also alle Dinge nach ihrer Duelle bekanntmachte. Die Menschen, unter denen er ausgewachsen, ängstig-ten sich sehr, bei Dank und Flehen diese Duelle nicht zu ver-fehlen. Taten sie Buße im Unheil, so stellten sie an die Spitzeihres Notgebets eine ganze Liste von Götteranrustmgen,riesen sorgfältig jeden einzelnen Gott an, dessen Namen sienur irgend kannten, um beileibe nicht den auszulassen, derdiese Heimsuchung gesandt hatte und gerade für diese zu-ständig war; denn sie wußten nicht, welcher es sei. Abrahamwußte und lehrte es. Es war immer nur Er, der Letzthöchste,der allein des Menschen rechter Gott sein konnte und der un-verfehlbar war für des Menschen Notschrei und Lobgesang.
Joseph, so jung er war, begriff sehr wohl die Kühnheitund Seelenstärke, die in Urvaters Gottesbeschlüssen sich aus-gedrückt hatten und vor der viele mit Grauen zurückgeschrecktwaren, denen er sie hatte zumuten wollen. Wirklich, ob Abramnun hoch und greisenschön wie Eliezer oder vielleicht klein,mager und krumm von Statur gewesen war, — auf jedenFall hakte er Mut besessen, den ganzen Muk, der dazu