Druckschrift 
2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
39
Einzelbild herunterladen
 

ihm letztlich zum Grunde lag: Nichts weiter als Baalsunflatund Sakralhurerei', des ackerbauenden Landesvolkes Frucht-barkeitszauber und verzücktes Geschlechtsopfer zu FüßenMelechs, des Skierkönigs. Das war kein Geheimnis; jeder-mann war sich des Zusammenhanges und der Beziehung be-wußt; nur daß die Leute ringsum sich ihrer mit einer Artgemütlicher Ehrfurcht bewußt waren, bar jener Empfindlich-keit, die in Jaakobs geistlicher Überlieferung lag. Er hattenichts gegen ein vernünftiges Pfeil- oder Losorakel zur Er-forschung der Segensstunde für dies und jenes Geschäft undgab wohl acht, wie die Vögel flogen oder der Rauch gingbei einer Darbringung. Wo aber der Gottesverftand in dieBrüche ging und geiler Taumel an feine Stelle trat, da beganndas für ihn, was ereine Narrheit" nannte, ein sehr stackesWort in feinem Munde, stark genug, das äußerste an Mißbilli-gung auszusagen. Es warKanaan", an dem die dunkle Ge-schichte mit dem Großvater im Zelte hing und der nackt gehensollte mit bloßer Scham, nachhurend den Landesbaalen. Ent-blößung, Singreigen, Festvöllerei, dienstliche Unzucht mit Tem-pelweibern, Scheol-Kult undAulasaukaulala" und wüsteKrampfkünderei: das alles warKanaan", das gehörte zusam-men, es war alles eins, und es war eine Narrheit vor Jaakob.

Höchst ängstlich zu denken, daß Joseph durch seine kind-liche Neigung zum Augenverdrehen und Traumreden Be-rührung haben sollte mit dieser unreinen Seelengegend. AuchJaakob, wohlgemerkt, war ein Träumer, aber in Ehren!Im Traume hatte er Gott als großen König und seineEngel erschaut und stärkendste Verheißung im Harfenschwallvon ihm vernommen, gewiß. Aber es lag wohl auf der Hand,wie sehr eine solche Haupterhebung aus Trübsal und äußerer