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2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
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Brüder, ach nein, nicht einer von diesen hatte je das ge-ringste Anzeichen derartiger Erwähltheit an den Tag gelegt,sie sahen nicht wie Heimgesuchte und Seher aus, das wußteGott. Man konnte ruhig schlafen ihretwegen, Verzückung,mochte sie nun schlimm oder heilig zu werken sein, war nichtihre Sache, und daß Joseph auch hierin von ihnen auf be-deutende, wenn auch bedenkliche Weise abstach, paßte jaeinerseits in Jaakobs Pläne: es mochte als Auszeichnungverstanden werden, die zusammen mit so viel anderen Vor-zügen die Erberwählung einleuchtend machte.

Trotzdem war dem Jaakob nicht schlechthin wohl beiseinen Beobachtungen. Es gab im Lande Leute nichtwünschbar für das Vaterherz, daß Joseph einer der Ihrenwürde. Es waren heilige Narren, Geiferer, Gottbesessene,welche aus ihrer Gabe, in schäumendem Zustande wahr-zusagen, ihren Lebensunterhalt gewannen, Orakellaller,die, umherziehend oder von der Kundschaft in Felsenhöhlenbesucht, für allerlei Tagwählerei und Anzeige des Ver-borgenen Lebensmittel und Geldeswert einstrichen. Jaakobmochte sie nicht von Gottes wegen, aber eigentlich mochteniemand sie, obgleich man sich wohl hütete, ihnen zu nahe-zukreten. Es waren schmutzige Männer, von unordentlichenund tollen Sitten; die Kinder liefen und riefen hinter ihnendrein:Aulasaulalakaula", denn so ungefähr klang es,wenn sie weissagten. Sie verwundeten und verstümmeltensich am Leibe, aßen Verfaultes, gingen mit einem Joch aufdem Nacken oder mit einem Paar eiserner Hörner an derStirn umher; einer oder der andere ging nackt. Das sahihnen ähnlich: die Hörner sowohl wie die Nacktheit. Manwußte wohl, woran man war bei ihrem Treiben und was