einzurichten, so sollte das hohe Gut Josephs sein, der sicht-barlich, im Fleische wie im Geist, besser taugte es zu emp-fangen als der zugleich schwere und leichtsinnige Rüben;und jedes Mittel war recht, um seine höhere Eignung auchnach außen, auch anderen, auch den Brüdern selbst offen-kundig zu machen, zum Beispiel die Wissenschaft. Die Zeitenänderten sich: bisher hatten Abrams geistliche Erben Ge-lehrsamkeit nicht nötig gehabt, Jaakob für seine Personhatte sie nicht entbehrt. In Zukunft aber, wer wußte, würdees vielleicht, wenn nicht notwendig, so doch nützlich undwünschenswert sein, daß der Gesegnete auch ein Studierter sei.Groß oder klein — auf jeden Fall war es ein Vorzug, undJoseph konnte vor den Brüdern nicht genug Vorzüge haben.
Dies war der eine Grund von Jaakobs Zustimmung. Derandere lag tiefer im Väterlich-Sorgenvollen, er betraf desKnaben Seelenheil und religiöse Gesundheit. Wir warenzugegen, als Jaakob, abends am Brunnenrand, seinem Lieb-ling mit zarter Behutsamkeit eine Äußerung über hoffentlichnahe Bevorstehendes, die Regentränkung, abfragte, indemer gleichsam schützend dabei die Hand über ihn hielt. Er hattenicht gern gefragt. Nur seine große Begier, über die Wetter-zukunft, lebenswichtig wie sie war, etwas zu erfahren, hatteihn vermocht, eine Gemütsverfassung des Sohnes zu be-nutzen, in der er ihn, wenn nicht ganz ohne Bewunderung,so doch mit ängstlich vorwiegender Abneigung sah.
Er kannte Josephs Anlage zu leicht ekstatischen Zuständen,zum nicht sehr ausgebildeten und halb verspielten, dann aberauch wieder echten prophetischen Krampf und schwankte sehrin seinem väterlichen Verhalten dazu, durchdrungen von derschlimm-heiligen Zweideutigkeit solcher Neigungen. Die