Lea's und der Mägde, und wieviel Keime zur Hoffart hier,zur Mißgunst dort trug diese Absonderung in sich! Es wider-steht unserm Griffel, die Brüder und Stammhalter, derenNamen noch heute jedes Kind mit Recht nach der Reihenfolgeihrer Geburt auswendig lernt, in Bausch und Bogen alsrecht gewöhnliche Burschen zu bezeichnen. Wenigstens aufein paar von ihnen, wie auf Jehuda, der ein verwickelter undgeplagter Charakter war, aber auch auf den grundanständigenRüben träfe das übrigens nur unvollkommen zu. Erstensjedoch konnte von Schönheit bei denen so wenig, die demJoseph an Jugend näher waren, wie bei denen, die schonhoch in den Zwanzigern standen, als er siebzehn zählte, imentferntesten die Rede sein, obgleich sie rüstige Leute warenund namentlich die Lea-Sprossen, allen voran Re'üben, aberauch Schimeon, Levi und Jehuda, sich eines athletischenWuchses erfreuten; und was nun gar Wort und Weisheitbetraf, so gab es keinen unter ihnen, der sich nicht geradezueine Ehre daraus gemacht hätte, nicht das geringste davonzu halten und zu verstehen. Von Bilha's Naphtali hieß eswohl früh schon, daß er „schöne Rede zu geben wisse", aberdies Urteil beruhte auf volkstümlich bescheidenen Ansprüchen,und Naphtalis Redegabe lief alles in allem auf eine ziemlichuntergeordnete Zungenfertigkeit hinaus, die wissenschaftlichungegründet war und mit Höherem nichts zu tun hatte. Siewaren allesamt, was Joseph, um recht in ihrer Gemeinschaftaufzugehen, auch hätte sein müssen: Hirten und gelegentlich,an zweiter Stelle, auch feldbestellende Bauern, — höchst acht-bar in beiden Eigenschaften und voller Aufsässigkeit gegendenjenigen, der sich mit des Vaters Erlaubnis einbildete,es auch sein zu können, aber nur nebenbei und gleichsam mit
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